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Intervallfasten liegt im Trend – es hilft beim Abnehmen und hat viele gesundheitliche Vorteile. Eine neue Studie deutet nun aber an, dass die Methode ausgerechnet gegen das gefährliche viszerale Bauchfett nicht helfen kann.

Spätestens seit Dr. Eckart von Hirschhausen so 10 Kilo abgenommen hat, gilt Intervallfasten als ungebrochener Trend beim Abnehmen. Und das ist kein Wunder: Die Methode bietet mehrere mögliche Variationen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Man kann beispielsweise bei der 16:8-Methode acht Stunden lang essen und fastet dann 16 Stunden oder verzichtet bei der 5:2-Diät an zwei Tagen pro Woche komplett aufs Essen. Dabei muss man weder auf die Größe der Mahlzeiten achten, noch sich jeden Snack komplett verkneifen.

Gesund und schlank dank Intervallfasten?

Schon durch die kurze Fastenperiode kommt es zur sogenannten Autophagie: Der Körper bildet vermehrt neue Zellen und geht aktiv gegen Entzündungen vor. Auch die guten Darmbakterien sollen vom Intervallfasten profitieren können. Verschiedene Studien belegen die positiven Wirkungen von Intervallfasten auf die generelle Gesundheit und das Gewicht. Nun scheinen Forscher aus Sydney in Australien aber einen Haken an dem Wunder-Abnehmtrend gefunden zu haben: Ausgerechnet gegen das als gefährlich geltende viszerale Bauchfett könnte Intervallfasten nutzlos sein.

Beim viszeralen Fett handelt es sich um besonders stoffwechselaktives Fett, das in der Bauchhöhle an den Organen und darum herum sitzt. Dieses Fett bildet Botenstoffe, die die Gesundheit schädigen können, indem sie beispielsweise Entzündungen und eine Insulinresistenz begünstigen können sowie den Blutdruck in die Höhe schnellen lassen. Viszerales Bauchfett erhöht die Wahrscheinlichkeit für verschiedene Krankheiten wie beispielsweise einen Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes oder Arteriosklerose. Besonders tückisch: Von außen ist das Fett nicht zu sehen – auch schlanke Personen können von viel viszeralem Fett betroffen sein, ohne es zu wissen.

Die positiven Effekte des Fastens

Die australischen Wissenschaftler untersuchten die Wirkung von Intervallfasten mithilfe einer Studie an Mäusen. Generell zeigten sich bei den Tieren durch das Fasten deutliche Veränderungen bei rund 1.800 Proteinen im Fettgewebe, was dazu führte, dass Fettzellen besser in Energie umgewandelt und abgebaut werden konnten. Bei Mäusen, die nur einmalig fasteten, änderten sich lediglich 300 Proteine im Fettgewebe.

Gegen viszerales Fett kommt Intervallfasten nicht an

Aber: Die positiven Effekte zeigten sich nur im sogenannten Unterhautfettgewebe – also dem Fett, das man oft als klassischen Rettungsring auch am Bauch sehen kann. Das viszerale Fett schien sich erfolgreich gegen das Intervallfasten zu verteidigen. Denn dort reduzierte sich durch die Fastenmethode ein wichtiges Protein, das für den Fettabbau verantwortlich ist, um das Vierfache. Dafür stieg der Anteil jener Proteine, die für den Fettaufbau verantwortlich sind. “Am auffälligsten im viszeralen Fettgewebe ist dabei das Herunterregeln des Fettlösens und das Hochfahren der Stoffwechselwege für die Synthese von Fettsäuren”, wie die Studienautoren dazu schreiben. “Diese Art der Anpassung könnte der Grund sein, warum das Bauchfett selbst bei längeren Diätperioden dem Abnehmen hartnäckig widerstehen kann.”

Meal-Prep-Rezepte zum Vorkochen

Die Erkenntnis ist für Intervallfasten-Anhänger sicher erst einmal frustrierend. Aber jetzt, da die Forscher die überraschende Reaktion des viszeralen Fetts auf Intervallfasten entdeckt haben, können sie als nächsten Schritt untersuchen, wieso diese Reaktion zustande kommt und was man dagegen tun kann.

Quellen: stern.de, CellReports

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