Liebe & Lust

Das Leben kann manchmal ganz schön enttäuschend sein, oder?! Wie wir es schaffen können, uns trotzdem Mut und Hoffnung zu bewahren, erfährst du hier. 

Das Leben ist ein unfassbares Geschenk und Wunder, und wir müssten jede Sekunde glücklich darüber sein, dass dieser unglaubliche Zufall eingetreten ist, dem wir unsere Existenz verdanken. Doch manchmal ist das einfach schwer zu fühlen. Wenn zum Beispiel der eine Mensch, der nach deiner Überzeugung für dich gemacht ist, plötzlich nichts mehr von dir wissen will. Oder jemand, den du liebst, sich selbst kaputt macht und du nichts für ihn tun kannst. Oder du nach 50 Bewerbungen nicht mal eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommst. Oder wenn du diese einmalige Chance kriegst, auf die du Jahre lang gewartet hast – und sie dann ausgerechnet in dem Moment nicht nutzen kannst …

Für uns alle ist es wahnsinnig frustrierend, manchmal eine regelrechte emotionale Qual, wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir es uns wünschen – oder es sogar ganz, ganz dringend bräuchten. Deshalb kann es unfassbar schwer sein, mit den Enttäuschungen des Lebens klarzukommen und danach trotzdem wieder Mut, Hoffnung und Vertrauen zu fassen: Weil wir Angst bekommen, diesen Frust und diese Qual noch einmal durchmachen zu müssen. Doch was wäre das Leben schon ohne Mut, Hoffnung und Vertrauen? Auf jeden Fall deutlich ärmer, als es sein kann. 

Deshalb brauchen wir Strategien, um mit Enttäuschungen klarzukommen – und laut der US-amerikanischen Psychologin Jennice Vilhauer sind die folgenden vier besonders hilfreich.

4 Wege, um die Enttäuschungen des Lebens zu bewältigen

1. Konkret bleiben, statt zu generalisieren

In der Regel neigen wir dazu, unsere Erfahrungen zu verallgemeinern und von Erlebnissen aus der Vergangenheit auf die Zukunft zu schließen. Das ist gar nicht doof oder so etwas, sondern die ganz normale Vorgehensweise unseres Gehirns: Anhand unserer Erfahrungen erstellt es Muster, die es auf neue Situationen anwenden kann. Das ist einfacher und energiesparender, als immer alles für sich genommen zu betrachten. Doch die Wahrheit ist nun mal auch: Jede Situation ist anders und  unabhängig von dem, was wir in der Vergangenheit erlebt haben (abgesehen von der Variable “ich”).

Nur weil wir einmal in einer Drucksituation versagt haben und unsere Chance nicht nutzen konnten, heißt das nicht, dass wir immer versagen. Nur weil eine Beziehung nicht funktioniert hat, heißt das nicht, dass keine unserer Beziehungen funktionieren wird. Der 51. Arbeitgeber, der beschließt, uns zum Gespräch einzuladen, weiß nicht, dass wir uns bei 50 anderen erfolglos beworben haben und bereits glaubten, es würde niemals klappen – weil diese Generalisierung nur in unserem Kopf stattfindet, nicht aber in der “Wirklichkeit”. 

Safe ist es schwer, sich diesem natürlichen Drang zum Musterdenken zu widersetzen. Doch wenn wir uns nicht von Enttäuschungen leiten lassen möchten, sollten wir es zumindest versuchen. 

2. Es als Pech begreifen, statt als gezielten Angriff

Ein weiterer typisch menschlicher Impuls bei Rückschlägen und Enttäuschungen ist, sie persönlich zu nehmen und als Angriff bzw. Abwertung des eigenen Selbst zu erleben. Auch das ist nicht bescheuert, sondern liegt uns in der Natur. Wir sind nun mal grundsätzlich egozentrisch. Aus unserer Sicht stehen wir im Zentrum von allem, was um uns herum passiert, deshalb empfinden wir uns automatisch als den wichtigsten Menschen, um den sich alles andere dreht. Doch in Wahrheit weiß der aaaabsolute Großteil der Menschheit nicht einmal, dass es uns gibt. 

Wird zum Beispiel meine Bewerbung abgelehnt, fühlt es sich für mich so an, als würde ich abgelehnt, dabei kennt mich die verantwortliche Personalerin ja gar nicht – und wahrscheinlich haben sie deshalb andere Bewerbungen mehr angesprochen, die durch irgendetwas positiv aufgefallen sind. Und wenn mir ein Mensch das Herz bricht, tut er das nicht, um mich unglücklich zu machen – sondern sich selbst glücklich. 

Heißt also: Wenn uns das Leben enttäuscht, passiert das zufällig, weil wir gerade aus Versehen in der Schusslinie standen, nicht aber weil wir ein schlechter Mensch sind und es verdienen. Es können eben nicht immer alle individuellen Wünsche in den kleinsten gemeinsamen Nenner einer harmonischen Welt einfließen. Doch wieso sollte das auch nur einen Millimeter an unserem Selbstwert kratzen?

3. Einordnung der Situation hinterfragen

Enttäuschungen sind frustrierend und fühlen sich schrecklich an, deshalb ordnen wir das, was uns passiert ist, automatisch als “schlimm” und negativ ein. Das verstärkt unseren Frust, weil wir uns als Opfer empfinden, dem eben etwas Schlimmes widerfahren ist. Und wieder einmal gilt: Typisch menschlich! Wir können gar nicht anders, als zu bewerten, und dabei gehen wir stets sehr einfach und binär vor, d. h. wir verwenden Gegensatzpaare wie “gut” und “schlecht”, “richtig” und “falsch”, “leicht” und “schwer”. Doch die Welt ist in Wahrheit ja so viel komplexer, als wir mit unserem popligen Denken erfassen und abbilden könnten!

Nur weil sich etwas für uns in einem bestimmten Moment oder in einer bestimmten Phase schrecklich anfühlt, muss es nicht schlecht sein. Neutral betrachtet, also ohne unsere Bewertung, ist es einfach ein Ereignis, das gewisse Folgen hat und dem sich weitere Ereignisse anschließen. Vielleicht tut es uns gerade weh – aber zu einem späteren Zeitpunkt sogar gut?! Oder haben wir etwa nicht alle schon mal die Erfahrung gemacht, dass wir etwas als riesige Enttäuschung erlebt und als Katastrophe bewertet haben, und irgendwann im Rückblick dann gesehen: “Wow, wäre mir das damals nicht passiert, hätte ich nie … und wäre heute nicht in der glücklichen Position, dass …”?

Natürlich dürfen wir uns nach einer Enttäuschung des Lebens mies fühlen, doch zugleich sollten wir die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass uns vielleicht gar nichts Schlimmes widerfahren ist – sondern etwas Gutes.

4. Daraus lernen

Eine tragische Wahrheit unseres Lebens und Menschseins ist: An Misserfolgen und Enttäuschungen können wir viel mehr wachsen als an Erfolgen – zumindest, wenn wir uns dadurch nicht unseren Mut und unsere Hoffnung nehmen lassen. Die Beatles wurden von drei Labels abgelehnt, ehe sie einen Plattenvertrag bekommen haben. Hätten sie nach der ersten Absage aufgegeben und den Schluss gezogen, “wird eh nichts”, würde sie heute niemand kennen. Unzählige Erfolgsgeschichten beginnen mit Niederlagen und Scheitern, kaum ein Mensch wird stark und selbstbewusst, weil in seinem Leben immer alles wie am Schnürchen läuft. Enttäuschungen mögen uns für einen Moment den Boden unter den Füßen wegziehen. Doch auf lange Sicht können sie uns stärken, Stabilität geben und sogar mutiger machen. Wir dürfen nur nicht aufhören zu versuchen.

Verwendete Quelle: Psychologytoday.com

Source: https://www.brigitte.de

Judka Strittmatter hat sich auf Partnersuche unter Pandemiebedingungen gemacht und stellt fest: Auch das Online-Dating funktioniert nun anders. 

Auch wenn gerade alles ätzend ist, bin ich doch eher eine “Krise als Chance”-Apologetin – und deshalb diesem blöden Virus irgendwie auch dankbar. Es bringt zwar vieles zum Erliegen, was wir essenziell vermissen, und um die Folgeschäden ist mir bange, aber die richtigen Dinge legt es eben auch lahm: den Flugverkehr, den Massenkonsum, die Nichtachtung des Pflegepersonals (eine bessere Bezahlung wäre allerdings angebrachter).

Auch auf den Datingportalen stehen die Zeichen auf Entschleunigung

Es erzwingt Abstand, wo er schmerzt, aber auch an Stellen, an denen man froh darüber sein kann – in Supermärkten, in der Bahn, beim Yogakurs. Gedränge ist vorerst passé, distanzlose Wesen darf man endlich anknurren, und übellaunige Großstadt-Gesichter granteln in der Bahn weitgehend unbeachtet hinterm eigenen Vorhang. Geistig-seelische Hygiene ist jetzt wichtig, denn Vereinsamung und Budenkoller lauern überall. Und wie schützt man sich vor beidem? Vor allem mit Spaziergängen an der frischen Luft.

Und den Stadtpark abschreiten darf man eben auch mit einem unbekannten und eventuellem “Love Interest”. Dem ganzen Irrsinn, den wir jetzt durchleben, die Suche nach Liebe entgegenzusetzen: Das gefällt mir irgendwie. Obwohl ich bei Weitem keine Esoterik-Jüngerin bin, die sie als Heilmittel für alles sieht – für Flegel auf dem Fahrradweg genauso wie für Herpesblasen.

Meine Online-Dating-Erfahrungen sind noch dürftig, kurz vor dem ersten Lockdown legte ich los, obwohl ich mäßig motiviert war – die Überzahl der Schauergeschichten aus diesem Universum hielt mich zurück. Andererseits kenne ich auch tolle Paare, die sich dort gefunden haben. Und weil einem Beziehung nicht hinterhergetragen wird, muss man sich kümmern. Was der Lockdown für Zaudernde wie mich besonders verbessert hat: Auch auf den Datingportalen stehen die Zeichen auf Entschleunigung. Nicht bei den Anmeldungen und dem Datenfluss, da ging’s steil nach oben, sondern was Treffen vor der Haustür betrifft. Alles auf Abstand erst mal, Drängler und Schnell-zum-Ziel-Kommer wurden ausgebremst. Und das ist auch gut so.

Achtsame Beziehungsfindung steht hoch im Kurs

Vielleicht findet sich dank Corona die Romantik auf dem digitalen Liebesmarkt ein. Minnesänger werden da ja kaum geboren, Wisch und weg ist das Credo. Die Drosselung dieser fürchterlichen Unverbindlichkeit kommt meinen uncoolen Absichten sehr entgegen: Ich bin nämlich auf etwas Festes, etwas Schönes aus, mit ex und hopp ist bei mir nicht. Das gestehe ich natürlich auch den Männern zu. Das erfahrene, nicht mehr ganz so junge Herz fliegt längst nicht mehr so schnell wie noch mit Anfang 20 – das wissen wir doch alle. Außer es wird von Bedürftigkeit regiert. Ich brauche aber keinen Mann, ich hätte gern einen. Für mich ist das ein Riesenunterschied.

Und so genieße ich mit meinen Dates die Annäherung auf Distanz. Und da ist nicht nur der Park drin, man kann auch Galerien und den Zoo besuchen. Zoom macht es möglich. Ein Dinner kommt so auch infrage, und wer da ohne Murren mitmacht, ist schon mal nicht eingefahren. Am Bildschirm lässt sich zwar weder Brot noch Salz zuschieben, auch Füßeln fällt weg, aber einen anschickern kann man sich wunderbar – ohne Gefahr zu laufen, in fremdem Buntkarierten wach zu werden.

Das Prinzip achtsamer Beziehungsfindung steht also gerade hoch im Kurs. Und ich koste diesen Zustand weidlich aus. Denn wer jetzt bei gegenseitiger Anziehung nicht dranbleibt, ist auf keinen Fall krisenfest. Und wer weiß, welchen Notstand wir in Zukunft noch durchschreiten müssen.

Lernen aus der Krise

Judka Strittmatter ist gespannt, ob uns die Corona-Krise zu besseren Menschen macht. Weil harte Erfahrungen viele ja weiser und stärker werden lassen. 

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Source: https://www.brigitte.de

Ihr Freund hatte sich auf TikTok eine Community aufgebaut, vernachlässigte darüber aber die Beziehung: Das machte eine junge Frau so wütend, dass sie den Followern ihres Partners die Wirklichkeit hinter seinen Posts präsentierte.

Dass längst nicht alles stimmt, was im Internet zu lesen und zu sehen ist, ist längst Allgemeinwissen – oder sollte es zumindest sein. Viele Influencer aber haben die Selbstdarstellung im Netz in den vergangenen Jahren noch einmal auf eine andere Ebene gehoben: Sie präsentieren online ihr Leben, ohne dass ihre Follower wissen können, wie die Realität dahinter wirklich aussieht. Diese bittere Erfahrung musste auch die Freundin eines aufstrebenden TikTok-Users machen.

Auf der Plattform Reddit erzählte sie ihre Geschichte. Die nach eigenen Angaben 20 Jahre alte Frau ist seit zwei Jahren mit einem 21-jährigen Mann liiert, der sich auf TikTok eine halbwegs große Followerschaft aufgebaut hat. Ihr Freund sei mit kurzen Videos auf der App immer erfolgreicher geworden, berichtet sie. Was als Hobby begann, habe ihn aber immer mehr in Anspruch genommen – auch weil er sich große Ziele setzte. Er wollte unbedingt die 100.000 Follower-Marke knacken.

Influencer prahlt auf TikTok mit seiner Beziehung

Dafür investierte ihr Freund neben seinem Studium bis zu sechs Stunden täglich in das Erstellen und Bearbeiten der Videos. Da seine Freundin tagsüber arbeitet, konnten die beiden kaum noch Zeit miteinander verbringen. Das allein machte die Autorin des Beitrags schon traurig, doch was sie dann auf dem Account ihres Freundes sah, verärgerte sie. Er hatte ein Video hochgeladen, in dem er seinen typischen Tagesablauf zeigte.

Der Clip sei “ziemlich zutreffend” gewesen, schreibt seine Freundin, stellte die Wirklichkeit in einem Punkt aber geschönt dar: Von 16 bis 20 Uhr würde er Zeit mit seiner Freundin verbringen. “Das hat mich etwas verletzt”, schrieb die Frau auf Reddit. “Ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, wann er zuletzt mehr als eine halbe Stunde mit mir verbracht hat. Von vier Stunden ganz zu schweigen.”

Rache der Freundin kostet eine Menge Follower

Deshalb überlegte sie sich einen Racheplan – und wollte ihren Freund mit seinen eigenen Waffen (sprich: einem TikTok-Video) schlagen. Sie erstellte selbst einen Clip, der sich am Video ihres Freundes orientierte, in dem aber zahlreiche Textnachrichten zu sehen waren, mit denen er sie in den vergangenen Monaten vertröstet und versetzt hatte. Der Plan ging auf: Viele Menschen sahen ihr Video, ihr Freund wurde von anderen Usern scharf kritisiert und verlor eine Menge Follower. 

Nun herrscht dicke Luft bei dem Paar: Ihr Freund sei wirklich sauer, berichtet die 20-Jährige, sie hätte zuerst mit ihm reden sollen. Zu ihrer Verteidigung bringt sie zwar vor, dass sie wütend darüber gewesen sei, dass ihr Freund die Beziehung “benutzt” habe, um online bei seiner Community zu punkten: “Im realen Leben hat er keine Mühe in die Beziehung gesteckt.” Dennoch plagt sie auch das schlechte Gewissen: “Ich fühle mich schuldig, weil ich der Grund bin, warum er Follower verliert. Auf der anderen Seite glaube ich aber, dass das, was ich getan habe, gerechtfertigt war.”

Von der Reddit-Community möchte die junge Frau nun wissen, ob sie sich falsch verhalten hat. In dem Forum schlagen sich die meisten User jedoch auf ihre Seite. Ihr Freund habe für ein wenig Online-Ruhm gelogen und müsse sich der Wahrheit stellen. Und einen weiteren guten Rat haben die Reddit-User für den gescheiterten Influencer: Er solle doch mal eine TikTok-Pause einlegen und die Zeit mit seiner Freundin mitbringen.

Quelle: Reddit

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei stern.de.

Source: https://www.brigitte.de

Der Großmeister des Grafikdesigns Stefan Sagmeister spricht im Interview über das miserable österreichische Essen in den Siebzigern, warum sich in den vergangenen 200 Jahren fast alles zum Positiven gewandelt hat und der Aspekt der Schönheit in Nachhaltigkeitsfragen unterbewertet wird.
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