Liebe & Lust

Anscheinend ist es auch im Jahr 2021 noch nicht selbstverständlich, dass Frauen sich für Fußball interessieren. Redakteurin Anna kann’s nicht fassen. 

„Hallo, ich bin Anna“ 

„Hi Anna, was machst du so?“ 

„Ich spiel’ Gitarre … und schaue gerne Fußball.“

 „Fußball – echt??? Bist du so richtig Fan?“

 „Ja, Dortmund …“ 

„Also du guckst richtig die Spiele und so?“ 

„Ja, wieso?“

 „Nee, nur so.“ 

„Ich hab auch mal Fußball gespielt.“ 

„Nicht dein Ernst!“

“Doch.”

 „Stimmt es, dass da alle lesbisch sind?“ 

Puh – so oder so ähnlich habe ich schon Dutzende Unterhaltungen geführt. Eine Frau, die sich so richtig (also nicht nur zur EM oder WM) für Fußball interessiert, scheint auch im Jahr 2021 noch exotisch zu sein. Ich frage mich da: warum? In einer Zeit, in der mehr als eine Million Frauen selbst Fußball spielen, wäre es ja geradezu komisch, wenn sich nicht mindestens die Hälfte davon für den Profisport interessieren würde, oder? 

Mit dem Freund Fußball schauen? Nee, wieso?

Glaubt mir’s oder nicht: Es gibt mehr Frauen im Stadion als die leicht bekleideten Damen im Landesfahnen-Bikinitop, die das Fernsehen quasi bei jeder EM oder WM in Großaufnahme zeigt. Mich zum Beispiel. Ich steh nicht im Bikini im Stadion, hab die Wangen nicht mit Fanfarbe bemalt und spiele auch keine Vuvuzela – aber ich verpasse kein Spiel meiner Lieblingsmannschaft, auch abseits der WM. Ich bin durch und durch BVB-Fan, habe die Kicker-App installiert und kenne immer die aktuelle Tabelle der Bundesliga.

Ob ich mit meinem Freund gucke? Nö! Der macht währenddessen irgendwas anderes. Lesen, Kochen, Wäsche … Und wenn ich wollte, dass er mir Bier und Schnittchen bringt, dann würde er das sicher auch mal machen. „Da ist bei euch zu Hause ja verkehrte Welt“, sagen viele – und zugegeben, mir huscht das auch manchmal über die Lippen. Umso schlimmer, denn eigentlich sollte es keine richtige oder verkehrte Welt geben, wenn es darum geht, welches Geschlecht Fußball guckt und welches Kuchen backt, oder? 

Ich erinnere mich noch an ein Fest, das ich mit meinem Ex-Freund und seinen Kollegen besuchte. Da gab es eine Torwand – und ich: Nichts wie hin, Ball am Fuß, zack rein das Ding! Als die Kollegen meines Ex’ sahen, dass ich getroffen hatte, machten sie sich laut über ihn lustig: „Ey, das gibt’s nicht – deine Freundin kann besser Fußballspielen als du!!!“ Ähm ja, wow, wie ungewöhnlich. Eine Frau, die seit 10 Jahren in einem Fußballverein spielt, trifft an der Torwand häufiger als ein Mann, der allenfalls mal am Strand ein bisschen kickt. Logik? Fehlanzeige!

Dürfen Fußballerinnen nicht sexy sein?

Apropos unlogisch. Als ich früher mal mit meinen Fußball-Mädels bei einem Ball in Abendkleidern unterwegs waren, fragte uns ein Typ: Wo kommt ihr her? Was macht ihr? Als wir sagten, wir seien eine Fußballmannschaft, checkte er uns einmal von oben bis unten ab und meinte: „Ähm, ich glaube nicht …“. Offensichtlich waren wir zu sexy für Fußballerinnen. Auch da fragt man sich: Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Dürfen Fußball spielende Frauen keine Kleider tragen? Keine Kurven haben oder zeigen? Wenn’s nach dem Klischee geht, offensichtlich nicht.

Was in den USA übrigens ein Frauensport ist, ist in Deutschland wohl noch nicht ganz als Unisex akzeptiert. Schade, denn ich hab wirklich keine Lust darauf, nächste Woche wieder die gleiche mühselige Diskussion um mein vermeintlich exotisches Hobby zu führen. Ach so und um die Frage noch zu beantworten: Nein, in einer Frauenfußballmannschaft sind nicht alle Mädels lesbisch. Und selbst wenn, welche Rolle spielt denn das?

Source: https://www.brigitte.de

Menschen mit dem Imposter-Syndrom unterschätzen die eigenen Fähigkeiten, Kompetenzen und ihren Selbstwert. Wie sich das auf ihre Beziehungen auswirken kann, liest du hier.

Das Imposter- oder auch Hochstapler-Syndrom ist eine mögliche Folge eines gestörten Selbstwerts und einiger anderer Persönlichkeitsmerkmale wie einem Hang zum Perfektionismus, ausgeprägtes Leistungsdenken und ähnlichen. Es äußert sich darin, dass die Betroffenen das Gefühl haben, von anderen Menschen überschätzt zu werden und Lob oder Erfolge gar nicht zu verdienen. Sie fühlen sich wie “Hochstapler” (engl. Imposter) und leben mit der ständigen Angst, “aufzufliegen”. 

Im Job zeigen Menschen mit dem Hochstapler-Syndrom typischerweise ein zum Teil ungesund hohes Engagement. Meist sind sie sehr fleißig und erbringen überdurchschnittlich gute Leistungen. In privaten Beziehungen, z. B. Freundschaften oder Partnerschaften, macht sich das Imposter-Phänomen in der Regel ebenfalls bemerkbar – und kann unter anderem zu folgenden Problemen und Konflikten führen.

Wenn du diese Beziehungsprobleme kennst, hast du vielleicht das Imposter-Syndrom

1. Du hast das Gefühl, den:die andere:n nicht zu verdienen

Menschen mit dem Imposter-Syndrom sehen andere Personen typischerweise in einem deutlich positiveren Licht als sich selbst. Während sie bei anderen leicht über Fehler und Schwächen hinwegsehen können, fallen ihnen an sich selbst überwiegend negative Eigenschaften auf. So entsteht in ihnen der Eindruck, dass ihre Freund:innen oder Partner:innen viel wertvollere Menschen sind als sie selbst – die sie eigentlich gar nicht verdienen.

2. Du hast Angst, verlassen zu werden, wenn du etwas “falsch” machst

Menschen mit dem Imposter-Syndrom können sich nur schwer vorstellen, dass sie jemand um ihretwillen liebt, und zwar genau so, wie sie sind. Sie glauben, dass sie sich eine Freundschaft oder Partnerschaft erarbeiten bzw. verdienen müssen, indem sie möglichst alles richtig und perfekt machen.

3. Du bräuchtest mehr Bestätigung, als du bekommst

“Ich liebe dich”, “ich bin gerne mit dir zusammen”, “unsere Freundschaft bedeutet mir alles” – Menschen mit Imposter-Syndrom würden so etwas am liebsten ständig von ihren Liebsten hören. Ihre Selbstzweifel sind häufig so stark, dass es ihnen nicht genügt, wenn jemand Zeit mit ihnen verbringt oder mit ihnen zusammen ist, um sie davon zu überzeugen, dass diese Person das gerne tut bzw. ist. Bekommen sie keine ausdrückliche Bestätigung von ihren Freund:innen oder ihrem:r Partner:in, fürchten sie sofort, die Beziehung könnte gefährdet sein, weil der andere Part nun festgestellt hat, dass sie nicht gut genug sind.

4. Du siehst, was du nimmst, aber nicht, was du gibst

Wer das Hochstapler-Syndrom hat, ist typischerweise blind für das, was er oder sie leistet und gibt – aber keineswegs für das, was er:sie bekommt. In einer Beziehung nehmen Betroffene sehr genau wahr, was andere für sie tun, blenden dabei aber völlig aus, was sie für andere tun, bzw. spielen es runter und werten es ab. Dadurch haben sie beständig das Gefühl, ihren Lieben etwas schuldig zu sein und sich revanchieren zu müssen, auch wenn sich die Beziehung eigentlich in einem Gleichgewicht befindet.

5. Du hast das Gefühl, eine Rolle spielen zu müssen, um gemocht zu werden

Menschen mit dem Hochstapler-Syndrom glauben nicht, dass sie liebenswert und wertvoll sind, ohne dafür etwas zu tun. Sie sehen ihren Wert und ihre Besonderheit nicht in ihrer Identität, ihrer Einzigartigkeit oder ihrer Emotionalität, sondern meinen, sich Liebe und Respekt durch bestimmte Leistungen und Performance verdienen zu müssen. Auch in engen Beziehungen neigen sie daher oft dazu, eine Rolle zu spielen, in der sie versuchen, es anderen stets recht zu machen und die Person zu sein, von der sie glauben, die anderen würden sie sich wünschen. Wer das Imposter-Syndrom hat, denkt, er:sie würde abgelehnt und verlassen, wenn ihr:sein wahres Ich durchblitzt. Weil dann alle erkannten, was sie selbst über sich zu wissen meinen: Dass sie weder wertvoll noch liebenswert wären. Doch natürlich ist das ein gewaltiger Irrtum.

All diese Punkte machen es Menschen mit einem stark ausgeprägten Imposter-Syndrom schwer, enge Beziehungen zu führen und sich darin wohl zu fühlen. Viele isolieren sich aus diesem Grund und vereinsamen. Das wiederum wirkt sich negativ auf ihr ohnehin schon angeknackstes Selbstwertgefühl aus. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist meist der beste Weg, sich professionelle Hilfe zu suchen, um die Ursachen der übermäßigen Selbstzweifel zu ergründen und zu lernen, den eigenen Wert anzunehmen.

Verwendete Quelle: Psychologytoday.com

Source: https://www.brigitte.de

Am Christopher Street Day die Regenbogenfahne zu schwingen, reicht sicherlich nicht aus, um Haltung zu zeigen. So könnt ihr für die LGBTIQ+-Community auch an den restlichen 364 Tagen im Jahr eine Verbündete sein. 

Ihr möchtet queere Menschen unterstützen, wisst aber nicht, was ihr am besten tun könnt? Dann geht es euch wie vielen anderen – einschließlich mir. Denn bin ich ehrlich, werde ich mich als heterosexuelle cis Personen nie vollständig in die Lage der LGBTQI+-Community hineinversetzen können.

Infobox: Vokabel Check

Ich musste nie wirklich kämpfen, um so zu leben, wie ich leben möchte. Wenn ich mit meinem Freund Händchen haltend durch die Straßen laufe, werde ich nicht schräg angeschaut. Kurz: Ich wurde noch nie aufgrund meiner sexuellen Orientierung diskriminiert – und das will und darf ich nicht für selbstverständlich nehmen. 

Viele Menschen haben nicht diese Privilegien. Sie müssen weiterhin für ihre Rechte und Anerkennung kämpfen. Deshalb ist es wichtig, ihnen als hetero cis Mann oder Frau ein Verbündeter oder eine Verbündete zu sein – im Englischen auch “Ally“ genannt. Und das könnt ihr dafür tun. 

1. Wir können zuhören

Zuhören statt Reden lautet die Devise! Geht in den Austausch, um mehr über die Probleme zu erfahren, mit denen LGBTQ+-Personen täglich konfrontiert werden. Hört den Menschen aktiv zu. Dabei kann es passieren, dass vieler unserer Vorstellungen und Meinungen sich als unzutreffend erweisen. Wir müssen aufpassen, dass wir dann nicht plötzlich in die Offensive gehen, um unsere Fehler zu verteidigen. Auch können lieb gemeinte Ratschläge oft nach hinten losgehen. Ein offenes Ohr ist so viel mehr Wert. 

2. Wir können uns bilden

Wissen ist Macht! Zwar verlangt niemand von uns, Experte zu sein, aber: Je mehr wir wissen, desto einfacher wird es uns fallen, als Verbündete:r an der Seite von benachteiligter Gruppen gegen Unterdrückung, Homophobie und Sexismus zu stehen. 

3. Wir können aus Fehlern lernen und ehrlich mit uns selbst sein

Testet eure eigenen Vorurteile. Ertappt ihr euch, wie gewisse Vorurteile euer Verhalten beeinflussen? Wie sind eure Reaktionen auf die Probleme der LGBTQ+- Community? Fakt ist: Jeder ist in einer bestimmten Art und Weise voreingenommen. Das lässt sich leider nicht vermeiden. Umso wichtiger ist es, sich dem bewusst zu werden und die anderen Menschen individuell als das zu sehen, was sie wirklich sind.

4. Wir können aktiv werden

Wenn wir uns alle trauen, aktiv gegen Mobbing von queeren Personen vorzugehen, ist das ein enorm wichtiger Schritt. Schreitet ein, wenn jemand falsch oder respektlos behandelt wird. Homophobes Verhalten ist leider keine Seltenheit. Wer Zeuge von Mobbing wird, sollte handeln – und zwar als aktive:r Zuschauer:in: Bringt die gemobbte Person nach Möglichkeit aus der Situation an einen sichereren Ort. Versucht dabei nicht, dem Mobber verbal oder physisch entgegenzutreten. Das schürt die Situation meist an. 
Aktive Hilfe gilt natürlich auch für Online Mobbing: Der effektivste Weg, um Feindlichkeiten im Netz zu bekämpfen, besteht darin, die Beiträge zu melden, sobald ihr sie seht. 

5. Fragt euch selbst …

… , findet ihr es okay, wenn ihr gefragt werdet, ob ihr ein Mann oder eine Frau seid? Würdet ihr euch mit fremden Personen über eure sexuellen Vorlieben austauschen wollen? Würdet ihr ein Hetero-Pärchen fragen, ob sie sich auch wirklich sicher sind? Würdet ihr auch von anderen verlangen, sich als hetero outen zu müssen? Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, hilft einem, (vielleicht unbewusst) unerwünschte Verhaltensweisen zu vermeiden. 

Hält sich jeder an diese fünf einfachen Schritte, trägt das enorm dazu bei, dass unsere Gesellschaft toleranter, offener und bunter wird. Und das ist doch ein schönes Gefühl!  

Verwendete Quelle: Regenborgenportal.de, Refinery29.com, Spiegel.de

Source: https://www.brigitte.de

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