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Gemüseschäler sind das perfekte Küchenwerkzeug, um Möhren, Kartoffeln, Gurken von ihrer Schale zu befreien. Doch oft begleiten sie uns viel zu lange, bis sie endlich ausgetauscht werden – und das hat unangenehme Nebenwirkungen.

Gemüseschäler sind das perfekte Küchenwerkzeug, um Möhren, Kartoffeln, Gurken von ihrer Schale zu befreien. Doch oft begleiten sie uns viel zu lange, bis sie endlich ausgetauscht werden – und das hat unangenehme Nebenwirkungen.

Source: https://www.brigitte.de

Druck auf den Ohren ist zwar eher harmlos, aber lästig. Hier erfährst du, wie das Phänomen entstehen kann und wie du den unangenehmen Ohrendruck loswirst.

Wie entsteht Druck auf den Ohren?

Das Ohr ist ein extrem empfindliches Organ und reagiert entsprechend sensibel auf Luftdruckschwankungen. Aber wie kommt es zum klassischen Druck auf den Ohren? Zunächst sollte man sich den Ohraufbau ansehen, um diese Frage zu beantworten: Das elastische Trommelfell, das tief im Gehörgang liegt und das Ohr luftdicht verschließt, übermittelt Schallschwingungen an die Organe des Mittel- und Innenohrs. Verändert sich der Luftdruck (z. B. beim Abheben eines Flugzeugs), sind die Druckverhältnisse im Ohr und außen nicht mehr gleich. Dadurch wölbt sich das Trommelfell und drückt gegen das Innenohr – es fühlt sich an, als würde das Ohr zugehen. 

Gefährlich ist Druck auf den Ohren nicht, aber er wird oft als unangenehm empfunden. Kinder sind vom Ohrendruck häufiger betroffen, aber auch bei Erwachsenen kann er entstehen. Um den Ohrendruck wieder loszuwerden, ist ein Druckausgleich nötig.

Welche Ursache ist für Druck auf den Ohren verantwortlich?

Es gibt verschiedene Ursachen für Druck auf den Ohren. Dazu zählen:

  • Luftdruckveränderung (z. B. beim Fliegen oder Tauchen)
  • Infektionen (z. B. mit Erkältungserregern)
  • Pfropfenbildung im Ohr (oft begleitet von nachlassender Hörleistung)
  • Stress – diese Ursache kann zu einem Hörsturz oder Tinnitus führen
  • Beginnende Schwerhörigkeit (z. B. altersbedingt)

Druck auf den Ohren als Symptom

Häufig ist das Druckgefühl im Ohr auch ein Symptom für andere Erkrankungen. Dazu zählen:

  • Erkältung
  • Mittelohrentzündung (alles über Mittelohrentzündung-Symptome erfährst du hier)
  • Hörsturz
  • Gehörgangsentzündung
  • Paukenerguss (bei Kindern, oft begleitet von schlechterem Hören. Dabei sammelt sich Flüssigkeit in einem Hohlraum des Mittelohrs.)

Wie werde ich Druck auf den Ohren wieder los?

Zuständig für die Belüftung und den Druckausgleich im Ohr ist die Ohrtrompete (“Eustachische Röhre” oder “Tuba auditiva”), die das Mittelohr mit dem Rachenraum verbindet. Wenn wir beispielsweise schlucken oder gähnen, öffnet sie sich und lässt Luft hindurch. Verändert sich der Außendruck, hat die Ohrtrompete aber Schwierigkeiten mit dem Druckausgleich. Um den Druck auf den Ohren loszuwerden, müssen wir also die Arbeit der Ohrtrompete unterstützen – das geht am besten je nach Ursache.

Druckausgleich bei Erkältungen

Durch das Anschwellen der Schleimhäute bei Erkältungen kommt es zum Druck auf den Ohren. Dieser sollte möglichst schnell behandelt werden– denn ist das Ohr einmal zu, können Viren und Bakterien leichter eine Mittelohrentzündung auslösen. Um den Ohrendruck loszuwerden, müssen die Schleimhäute in der Nase abschwellen. Dazu nutzen wir am besten abschwellendes Nasenspray oder inhalieren den Dampf von Kamillentee.

Druckausgleich im Flugzeug

Empfindliche Ohren lassen sich mit Ohrenstöpseln vor einer Druckveränderungen schützen, denn diese mindern sanft den Druck aufs Trommelfell. So lassen sich auch Ohrenschmerzen nach der Landung verhindern. Ansonsten gibt es verschiedene Techniken, um den Druck auf den Ohren zu mindern:

  • Valsalva-Manöver:Der Mund wird geschlossen, die Nase zugehalten. Dabei versucht man, auszuatmen.
  • Tonybee-Manöver: Der Mund wird geschlossen, die Nase zugehalten. Dabei versucht man, mehrmals zu schlucken.
  • Der Mund wird weit geöffnet und der Kiefer bewegt. 
  • Man schluckt oder kaut (z. B. Kaugummi) bewusst.

Durch diese Techniken öffnet sich die Ohrtrompete und das Trommelfell bewegt sich – was man als leichtes Knacken im Ohr wahrnehmen kann. Dadurch sollte der Druck auf den Ohren nachlassen.

Ständiger Druck auf dem Ohr – welche Behandlung hilft?

Ist die Ohrtrompete sehr eng, wird die Belüftung des Ohrs gestört, was für dauerhaften Ohrendruck sorgen kann (“Tubenventilationsstörung”). Eine entsprechende Diagnose kann und sollte der HNO-Arzt durch Untersuchungen stellen. Denn die schlechte Belüftung sorgt für feuchtwarmes Klima im Innen- und Mittelohr – der perfekte Nährboden für Viren und Bakterien, die eine Mittelohrentzündung auslösen können. Um das Risiko zu vermindern, kann die Ohrtrompete mit einem kleinen Eingriff als Therapie erweitert werden.

Lesetipp: Hier verraten wir noch, was gegen Wasser im Ohr hilft, was Rauschen im Ohr bedeutet, was ein Paukenerguss ist und die beste Tinnitus-Behandlung.

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Möchte ich während der Menstruation Sex haben? Und was denkt mein Partner eigentlich darüber? Im Internet haben Frauen und Männer ihre Erfahrungen zu Periodensex geteilt.

Die einen verzichten lieber, weiteren ist es völlig egal – und dritte sehen darin sogar ein Heilmittel: Sex während der Menstruation spaltet noch immer die Gemüter. Dabei handelt es sich bei beiden Komponenten um völlig natürliche Vorgänge. Wir menstruieren einmal im Monat. Und wir haben regelmäßig Sex. Wieso tun wir nicht beides zusammen?

Wer sich über Periodensex unterhält, stößt oft vor allem auf Unsicherheiten. Im Vordergrund stehen dabei nicht nur die eigenen Bedürfnisse, sondern die des Partners. Was, wenn er oder sie sich dabei unwohl fühlt? Insbesondere Frauen quälen in Hinblick auf ihre Menstruation noch immer Schamgefühle, die nicht zuletzt von jahrelanger Vermeidung von Blut in TV-Werbung und Co. herrührt. Spoiler: Die Periode ist kein blaues, hübsch ansehnliches Gel, das unsichtbar in Tampon und Binde verschwindet. Spoiler 2: Das wissen heutzutage aber auch die meisten Männer. Doch nur weil Frau einmal im Monat blutet, bedeutet das noch lange nicht, dass sie auf Sex verzichten muss – wenn sie denn Lust darauf hat, versteht sich.

Um ein für alle Mal mit den Vorurteilen und Ängsten rund um Periodensex aufzuräumen, haben wir uns im Internet umgeschaut, was Männer und Frauen denn nun wirklich über einen Dreier mit der roten Tante denken. Die Ergebnisse von Umfragen auf gängigen Forenplattformen wie Reddit sind: angenehm unaufgeregt. Und lassen sich eigentlich wie folgt zusammenfassen: Wenn du Lust auf Sex hast, hab Sex. Und wenn du deine Periode hast, leg einfach ein Handtuch unter. Klingt ziemlich unkompliziert, oder? Na gut, ein bisschen detailreicher wird es dann doch. Aber lies selbst. Wir haben die Erfahrungen von Männern und Frauen zum Thema Periodensex für dich zusammengefasst …

Das Wichtigste vorab: Hör auf deinen Körper

Die Lust auf Sex hängt vor allem davon ab, wie stark die Regel ausfällt. Und das ist bekanntlich so individuell wie jeder Körper.

“Nichts für mich. Ich bin zu beschäftigt damit, in Embryo-Stellung rumzuliegen und mich nicht zu übergeben.”

Während einige Frauen sehr eingeschränkt sind, kann Sex anderen aber sogar helfen:

“Ich habe auch zu starke Schmerzen und fühle mich eklig – aber Orgasmen helfen definitiv gegen die Krämpfe! Ich nehme einen Vibrator oder stimuliere mich nur äußerlich.”

“Das mag ungewöhnlich klingen, aber Sex kann mir helfen, Symptome wie Krämpfe und Schmerzen sogar zu lindern.”

“Ich hasse es, weil ich mich danach für das Blut und den Schlamassel schäme. Aber ich liebe es auch, weil ich die ersten zwei Tage so viel Lust habe! Und es ist so gut gegen Krämpfe und Kopfweh. Ich muss mich aber mit dem Partner wohlfühlen.”

Die Lust kann während der Periode sogar stärker sein

“Ich liebe es. Meine Libido ist sogar viel ausgeprägter, wenn ich meine Periode habe und bin so froh, dass mein Partner es auch mag. Wir legen einfach ein Handtuch unter.”

“Sex ist schmutzig und das ist okay. Benutzt einfach ein Handtuch, verlagert das Vorspiel in die Dusche, wenn ihr euch dadurch wohler fühlt und genießt es. Nicht alle, aber viele Frauen erleben einen Libidoschub während ihrer Periode – ich hatte die besten Orgasmen währenddessen.”

“Ich empfinde alles viel intensiver, wenn ich meine Tage habe, also sind die Orgasmen auch sehr viel stärker!”

Und was sagen die Herren der Schöpfung zu Periodensex?

“Als Mann hat es mich noch nie gestört. Ich bin fein damit, ein Handtuch unterzulegen. Wenn es dreckig wird, macht das nichts, es heißt einfach nur, dass wir danach zusammen duschen.”

“Mich hat Sex während der Periode nie abgeturnt. Es hängt davon ab, wie du und dein Partner dazu stehen. Redet vorher darüber und probiert es einfach aus, sonst werdet ihr es nie herausfinden. Du hast nichts zu verlieren, wenn du deine Neugier mal befriedigst – außer ein paar Tage ohne Sex.”

“Als Mann bin ich dabei, solange wir ein Kondom benutzen. Macht es danach auch einfacher. Aber wenn ich mit jemandem zusammen bin, der keinen Sex während der Periode haben möchte, verstehe ich das auch vollkommen.”

“Sex ist immer schmutzig. Es ist ein Austausch von Körperflüssigkeit. Was macht das schon aus? Wenn wir uns nicht vor der Flüssigkeit ekeln, die aus männlichen Genitalien kommt, sollten wir es auch bei Frauen nicht sein.”

“Alles was du brauchst, ist eine positive Einstellung – und ein paar Handtücher.”

Was lernen wir daraus? Alles halb so wild! Wie immer gilt: Tu nur das, wozu du Lust hast. Und wenn das Sex während der Periode ist, dann sollte Scham dir jetzt nicht mehr im Wege stehen. Hier haben wir ein paar Stellungen zu Sex während der Regel für dich …

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Bei “Ich koch was, was du nicht siehst” verrät Schauspielerin Sila Sahin, mit welchen Zutaten sie ihren Mann, Fußballer Samuel Radlinger, verführt.

Bei “Ich koch was, was du nicht siehst” verrät Schauspielerin Sila Sahin, mit welchen Zutaten sie ihren Mann, Fußballer Samuel Radlinger, verführt.

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Wir klären die Frage, ob man Süßkartoffeln roh essen kann und wie gesund die Knollen sind. Außerdem stellen wir leckere Rezepte rund um das Gemüse vor.

Darf man Süßkartoffeln roh essen? 

Die Süßkartoffel, auch Batate genannt, zählt zu den Windengewächsen und ist mit der herkömmlichen Kartoffel nur entfernt verwandt. Im Gegensatz zu Kartoffeln, die zu den Nachtschattengewächsen gehören und Solanin enthalten, kann man Süßkartoffeln roh essen.

Die orangen Knollen sind sogar äußerst gesund: Neben den Vitaminen A und E beinhalten sie viele Mineralstoffe, Kalium und Eisen. Weitere Infos dazu erhaltet ihr in unserem Artikel, in dem wir klären, warum Süßkartoffeln gesund sind. Aufgrund ihres hohen Anteils an Ballaststoffen sind Süßkartoffeln außerdem gute Sattmacher. Allerdings schwankt der Blausäuregehalt zwischen den verschiedenen Sorten, deshalb sollte man sich für Süßkartoffeln mit wenig Blausäure entscheiden, wenn man sie roh essen möchte.

Darf man Süßkartoffeln mit Schale essen? 

Während beim Kochen viele Vitamine verloren gehen, bleiben sie in rohen Bataten erhalten. Wenn du dennoch Süßkartoffeln kochen willst, ist es empfehlenswert, die Schale nicht zu entfernen, damit mehr Mineralstoffe in dem Gemüse erhalten bleiben. Der Geschmack der Knolle ist vergleichbar mit einer Mischung aus Möhren, Kartoffeln und Kürbis. Rohe Süßkartoffeln schmecken beispielsweise sehr gut geraspelt im Salat oder als Rohkost-Fingerfood mit einem Dip. 

Süßkartoffeln roh essen: Warenkunde 

Der Ursprung der Süßkartoffel liegt in Mittel- und Südamerika, dort wird sie bereits seit über 4.000 Jahren angebaut. Die Knollen haben das ganze Jahr über Saison und sollten dunkel und trocken gelagert werden. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, sie im Kühlschrank aufzubewahren. Im Vergleich zur Kartoffel besitzen Bataten viel mehr Stärke und etwa dreimal so viel Zucker. Trotzdem ist die Süßkartoffel mit 86 Kilokalorien pro 100 Gramm sehr gesund und kalorienarm. Wenn du die Knolle doch einmal nicht roh essen willst, erklären wir hier, auf welche Arten man Süßkartoffeln kochen kann. Außerdem erfahrt ihr, ob man Kartoffeln roh essen und Kürbis roh essen darf.

Viele leckere Süßkartoffel-Rezepte, wie zum Beispiel Ofen-Süßkartoffeln, findest du bei uns.

Videotipp: So kannst du Süßkartoffel-Pommes selber machen

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Blumenkohl-Rezepte aus der BRIGITTE-Küche – von Blumenkohl-Curry über Käse-Quiches mit Blumenkohl bis Zitronen-Blumenkohl-Suppe.

Blumenkohl-Rezepte aus der BRIGITTE-Küche – von Blumenkohl-Curry über Käse-Quiches mit Blumenkohl bis Zitronen-Blumenkohl-Suppe.

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Die Beziehung zur Mutter zu verbessern ist nicht immer einfach. Enttäuschte Erwartungen, Kränkungen, Schuldgefühle: Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter kann sehr belastet sein. Auch unsere Autorin erlebte die Beziehung
 ihr Leben lang als schwierig – bis zu dem Augenblick, als sie dachte, ihre Mutter stirbt.

Liebe Mama,

da war dieser eine Moment, der alles veränderte. Der uns befreite von allen Hätte-, Wäre-, Sollte-, Müsste-Schlacken zwischen Tochter und Mutter. Für den Bruchteil einer Sekunde dachte ich, Du wärst tot, und erlebte ein Gefühl grenzenloser Verlorenheit.

Es war auf der letzten Familienfeier. Ich saß Dir gegenüber. Du sahst blass aus, der Lärm, die vielen Menschen, die Kellnerin, die ständig nachgießen wollte. Dein Schwager, der auf dich einredete. Binnen Sekunden wich alle Farbe aus Deinem Gesicht, Deine Augen fielen zu, Dein Oberkörper sank leicht vornüber. Für einen Augenblick war ich wie gelähmt, dann schrie ich nur: “Haltet sie fest!”

Die Beziehung zur Mutter verbessern – es ist nie zu spät

Wir legten Dich auf den Boden, beugten uns über Dich, sagten beruhigend “Wir sind da” und riefen immer wieder Deinen Namen, als könnten wir Dich beschwören, zurückzukehren. Deine Hände waren eiskalt, Du hattest keinen Puls mehr und zeigtest minutenlang keine Reaktion.
Glücklicherweise saß ein Arzt am Nachbartisch. Der wusste, was zu tun war. Sofort einen Notarzt rufen, mit Dir sprechen, die Schultern schütteln, den Atem prüfen, eine Herzdruckmassage machen. Die Rippen knackten, und endlich, endlich kamst Du wieder zu Dir und schautest mich verwundert an, als seist Du von einer langen Reise zurückgekehrt.

“Ich bin wieder da”, sagtest Du, konntest Dich aber nicht erinnern, wo du gewesen warst. Dein Herz war stehen geblieben, Du hattest dem Tod einen kurzen Besuch abgestattet. Aber irgendetwas hatte dich davon abgehalten zu bleiben. Als Du so leblos dalagst, hatte ich mich schon bei dem Gedanken ertappt, dass dies eigentlich ein schöner Moment zum Sterben wäre, im gesegneten Alter von 86, alle Lieben um sich versammelt. Kurz war ich bereit, Dich gehen zu lassen. Doch es war nur der Kopf, der sich diese Strategie zurechtgelegt hatte, mein Herz war heilfroh, als die Farbe in Dein Gesicht zurückkehrte.

Wir zwei verbrachten die halbe Nacht zusammen in der Notaufnahme. Und so merkwürdig es klingt, es war die intensivste und schönste Begegnung, die wir je hatten.

Ich bin ja so froh, dass du da bist sagtest du mehrmals.

Ein Satz auf den ich ein halbes Leben sehnsuchtsvoll und vergeblich gewartet hatte.

Plötzlich war er ausgesprochen und heilte alles, was noch wund war 

Mein ganzes Leben durfte ich Dich nie anfassen, bis auf kurze, flüchtige Umarmungen, aus denen Du Dich immer schnell herausgewunden hast, körperliche Nähe war Dir suspekt. Aber dann lagst Du im grellen Licht in der Notaufnahme und warst so dankbar, dass ich an Deinem Bett saß, Dir Wasser einflößte, Dir half, das Mieder, in das Du Dich gezwängt hattest, um bei der Feier gut auszusehen, zu lösen, damit die Infusion gelegt werden konnte.

Während die Schwester hektisch hin und her lief, waren wir beide vollkommen ruhig und sahen uns an, als sähen wir uns zum ersten Mal. Was gewesen war, spielte keine Rolle mehr. Es war ein reiner, vollkommener, wahrhaftiger Moment. Der Anblick Deiner Pergamenthaut machte mich sprachlos, ich musste unter einem Vorwand kurz in einen Nebenraum gehen, um meine Tränen zu verbergen. Ich war gerührt von der Zerbrechlichkeit Deines Körpers, den ich als Kind nie sehen durfte.

Unsere Rollen kehrten sich nun.

Ich verwandelte mich in eine Löwin, die alles tat, ihr Junges zu beschützen.

Ich fauchte den Arzt an, der Dich von einem Zimmer ins nächste schieben ließ, wehrte schmerzhafte und überflüssige Untersuchungen ab, weigerte mich, Dich über Nacht im Krankenhaus zu lassen, weil Du nur in Dein eigenes Bett wolltest und endlich schlafen. Ich brachte dich gegen ärztlichen Rat nach Hause und wunderte mich über meine kühne Entschlossenheit.

Als Du wieder zu Hause warst und ich in mein Leben zurückkehrte, taten wir beide so, als habe es diesen Vorfall nie gegeben. Unsere Telefonate wurden wieder belanglos, du fragtest das Übliche: Wie ist das Wetter? Was macht die Arbeit? Was kochst Du heute? Irgendwann verstand ich, dass es für Dich existenziell war, zur Tagesordnung zurückzukehren, die Begegnung mit dem Tod zu vergessen, unser Mutter-Tochter Verhältnis wieder in die alten Bahnen zu lenken und so zu tun, als würdest Du ewig leben.

In gewisser Weise tue ich auch so, als seist Du unsterblich 

Der Moment, als die Schleier zwischen unseren Welten hauchdünn waren und der Tod anklopfte, um uns lebendig zu machen, habe ich an einem sicheren Ort in mir verwahrt.

Wenn ich eines Tages doch einmal an Deinem Grab stehe, werde ich mich an diese kostbare Nacht erinnern, in der zwischen uns reine Liebe und sonst gar nichts war.

Deine Ruth 

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Man bleibt immer das Kind seiner Mutter. Auch, wenn man erwachsen ist. Unser Autor über einen langen Abschied.

Meine Mutter. Meine Mama. Sie liegt im Bett und ist meine Mama. Und ist es auch nicht. Denn ihr Gesicht sieht so seltsam wächsern aus, so fremd. Jemand hat ihr ein zusammengerolltes Handtuch unter das Kinn gelegt, damit ihr Mund geschlossen bleibt. “Können Sie allein sein?”, fragt mich der Pfleger. Ich kann. Auch wenn ich Angst habe. Ich war noch nie mit einer Toten allein in einem Raum.

Aller Abschied ist schwer

Meine Großeltern sind gestorben. Mein Bruder ist gestorben. Mein Vater ist gestorben. Aber ich habe es nie geschafft, sie mir danach noch einmal anzusehen. Ich konnte, wollte es nicht. Dieses Mal habe ich das Gefühl, dass ich das meiner Mama schulde. Seltsam. Mein Verstand meldet sich auch jetzt noch und sagt mir, dass meine Mutter doch tot ist und es ihr egal sein kann. Okay, dann schulde ich es eben mir. So, wie ich auch nicht wusste, ob mich Mama überhaupt noch wahrgenommen hat, als ich sie beim Sterben begleitet habe. Zwei Tage lang. Ich habe an ihrem Bett gesessen. Ich habe mit ihr geredet. Hat sie mich gehört? Keine Ahnung, sie war schon so weit weg. Im Koma, nachdem sie im Heim aus dem Bett gestürzt ist. 

Wenn die eigene Mutter wieder Kind wird

Schon vorher hatte sich Mama von mir verabschiedet, die Demenz hat ihren Geist Stück für Stück mit sich genommen. Aber sie hat mich immer noch angelächelt. Sich gefreut, wenn ich ihr ein Stück Schokolade in den Mund gelegt habe. Mama war wie ein Kind. Mein Kind. Ich wollte auf sie aufpassen. Aber vor der Krankheit konnte ich sie nicht beschützen. Das war vielleicht das Schlimmste: diese verdammte Hilflosigkeit. In der Schule, in der Uni – ich hatte gelernt, dass ich mich auf meinen Verstand verlassen kann. Dass ich mit ihm Lösungen finde. Aber für das langsame Verschwinden der Frau, die meine Mama war, gab es keine Lösung. Ich konnte es nur aushalten und trauern.

Habe ich mich in diesen fast fünf Jahren verabschiedet? Ja, schon. Es mag kalt klingen, aber das geschah ganz automatisch. Ich konnte Mama nicht mehr über meinen Alltag erzählen, was mich im Job geärgert hat, ob ich Liebeskummer hatte, wie mein Urlaub war. Dadurch rückte sie immer weiter aus meinem Lebenszentrum an den Rand. Um dann mit unbarmherziger Wucht zurückzukommen, wenn ich sie im Heim besuchte, sie und ihre verdammte Demenz. Ich habe mich während dieser Besuche hinten angestellt, meine Gefühle, meine Ohnmacht. Weil ich ein guter Sohn sein wollte. Weil es da um Mama gehen sollte. Sie war krank. Sie musste gefüttert und umsorgt werden. Hat mich das überfordert? Oh ja. Es heißt, dass man immer das Kind seiner Mutter bleibt. Und dieses Kind wollte eine, seine Mama zurück. Der Erwachsene ist dann zum Heulen vor die Tür gegangen, um die Kranke nicht zu verstören.

Angst vor dem Abschied nehmen

Aber nichts hat mich auf diesen Moment vorbereitet. Jetzt, wo ich auf dem Nachbarbett in einem Krankenhaus sitze, in dem ich meine Mutter habe sterben sehen. Ich bin etwa einen Meter von ihr entfernt und ich traue mich nicht, näher an sie heranzugehen. Und trotzdem weiß ich, dass ich dieses Zimmer nicht verlassen kann, ohne mich von ihr zu verabschieden. Wieder meldet sich mein Verstand. Warum mit einer Toten reden? Sie hört dich nicht mehr. Du glaubst ja nicht mal an ein Leben nach dem Tod. In dem buddhistischen Kloster, in dem ich war, als meine Seele all die Tode und die Trauer und den Schmerz nicht mehr wegschieben mochte, haben sie uns erklärt, dass unsere Toten gar nicht weg sind. Weil sie in uns weiterleben. Genau deshalb gibt es da jemanden, von dem ich mich verabschieden muss. Auch wenn ich wahnsinnige Angst davor habe. Und so lasse ich meinen Verstand klugschwätzen, schaue meiner Angst in die Augen und setze mich an ihre Bettkante. So wie sie sich früher an meine Bettkante gesetzt hat, um mir Gute Nacht zu sagen. Ich lege meine Hand auf ihren Arm und sage ihr, dass sie eine gute Reise haben soll. Dass ich sehr sehr traurig bin, aber dass es okay ist, dass sie gegangen ist.

Nach dem Abschied von Mama – Das Leben muss weitergehen

Manchmal tut es gut, mit jemandem darüber zu reden. Manchmal möchte ich damit allein sein. Ich habe mit einem Psychologen gesprochen und mit einem Achtsamkeitslehrer, mit Freunden und mit meinem Freund. Das ist oft ein kleiner Halt, ein kleiner Trost. Aber ich spüre auch, dass ich erst am Anfang eines Weges stehe.

Jetzt, da ich diesen Text schreibe, merke ich, wie viele Tränen ich noch weinen werde. Dass es ein Kind gibt, um das ich mich jetzt kümmern muss, weil es keine Mama mehr hat. Dass es auch mit Anfang 40 wichtig ist, dieses Kind zu sehen und es in den Arm zu nehmen. Dass ich mich nicht schämen muss, wenn ich weine, weil Mama fort ist. Und dass auch traurig sein etwas Gutes ist, weil es zeigt, wie sehr ich sie geliebt habe … liebe. Meine Mutter. Meine Mama.

Unser Autor ist Journalist. Er hat lange gezögert, ob er wirklich über etwas so Persönliches schreiben soll, und sich schließlich entschieden, es anonym zu tun. Unter seinem Namen hätte er nicht so offen sein können.

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