ändern

Vor dem ersten Sex macht man sich unglaublich viele Gedanken – jetzt haben Frauen gesammelt, was sie gerne vor ihren ersten sexuellen Erfahrungen gewusst hätten.

Nachher ist man immer schlauer. Aber zum Glück gibt es ja einige Erfahrungen, die wir alle im Laufe des Lebens machen – und von denen wir einander berichten können.

In Foren wie “Reddit” und Gruppen in sozialen Netzwerken passiert regelmäßig genau das: Menschen tauschen sich aus, haken nach, öffnen sich und helfen einander bestenfalls sogar damit. Diesmal geht es um das berühmt-berüchtigte erste Mal.

Mal ehrlich: Wie oft hast du schon auf dein bisheriges Sexleben zurückgeschaut, mal wehmütig, mehrfach stirnrunzelnd und dich stillheimlich gefragt, was du da eigentlich gemacht hast? Schließlich war jeder Mensch mal ganz unerfahren und der ganze Körper-Ineinander-Verschmelzen-Krams uns völlig neu.

Glücklicherweise lernen wir ja mit jeder Erfahrung dazu. Und werden nicht nur mit jedem Sex (und der kann auch mit demselben Partner sein), sondern auch mit jedem Lebensjahr schlauer. Heute denken wir uns, dass wir uns manchen schlechten Sex oder manche Gedankenspirale der Unsicherheit auch hätten sparen können. Wie schön, dass es das Internet gibt: Denn hier können wir jetzt nachlesen, was andere Frauen gerne vor ihren ersten sexuellen Erfahrungen gewusst hätten.

Frauen verraten, was sie vor dem ersten Sex gerne gewusst hätten

Starten wir mit den praktischen Dingen …

“Dass ich nach dem Sex pinkeln sollte. Jungfrauen: Geht danach auf Klo, damit ihr keine Blasenentzündung bekommt.”

… und stellen dann erstmal klar, dass hier absolut niemand kaputt ist:

“Du kommst als Frau nicht automatisch. Und du bist deswegen auch nicht kaputt. Viele Frauen haben Probleme damit, zum Orgasmus zu kommen. Selbstbefriedigung hilft.”

Sex und Liebe gehen nicht immer Hand in Hand

“Nicht jeder Partner wird etwas Besonderes für dich sein. Manche sind großartig, manche nicht. Liebe und Sex geht nicht zwingend Hand in Hand. Aber jemanden zu finden, den du liebst und mit dem du zusammen bist, ist mir das Liebste!”

Die Kunst der Selbstliebe

“Ich wusste nicht, wie man masturbierte. Ich wusste nicht, wie sich dieser unfassbare weibliche Orgasmus anfühlt. Ich hasste den Gedanken an Oralsex. (…) Ich wusste nicht, wie attraktiv ich bin. Ich dachte, Männer würden nur dünne Frauen gut finden. Ich fand meinen Schambereich hässlich im Vergleich zu Pornostars. Ein Mann hat diese Glaubenssätze zerschmettert. Aber vielleicht wäre es so viel großartiger gewesen, wenn ich Selbstliebe gelernt hätte, bevor ich sexuell aktiv wurde.”

“Ich wünschte, jemand hätte mir die Kunst der Selbstbefriedigung beigebracht.”

Wir hätten da übrigens Inspiration 😉Machs dir selbst! Selbstbefriedigungs-Hacks von Paula Lambert

Und ganz, ganz, ganz wichtig:

“Es ist in Ordnung, Nein zu sagen, es ist okay, deine Meinung zu ändern, jederzeit. Und wer dir etwas anderes sagt, kann sich (buchstäblich) selbst f*****. Respektiere deine Grenzen.”

“Dein Selbstwert wird nicht von deiner Vagina bestimmt. Deine Sexualität und Bedürfnisse werden von dir definiert, nicht andersherum. Du hast das Kommando über deinen Körper. Wenn du dich unwohl fühlst, ist es okay, aufzuhören. Gefühle können verletzt werden, aber du wirst so viel lernen. Kommunikation hilft.”

Wo wir gerade beim Thema Kommunikation wären …

“Sprich mit dem Menschen, mit dem du schläfst. Schäme dich nicht dafür, zu sagen, wenn dir etwas gefällt oder nicht, was sie tun.”

Da bleiben eigentlich nur noch 2 Dinge zu sagen:

“Entspann dich. Genieß es.”

Und:

“Benutze ein Kondom!”

Achja, und falls das erste Mal kein Feuerwerk war …

“Es wird besser. Manchmal beginnt die wahre Magie erst nach der zweiten Runde …”

verwendete Quellen: Reddit, Miss Malini, Facebook

Source: https://www.brigitte.de

Egal ob persönlich oder global: Krisen kosten uns immer Kraft – doch irgendwie müssen wir danach trotzdem weitermachen. 5 Tipps von einer Frau, die eine der schlimmsten Krisen überhaupt überstanden hat.

In unserem “normalen” Alltag merken wir oft gar nicht, wie schön das Leben eigentlich ist. Als wäre es selbstverständlich, stehen wir morgens auf und gehen unseren Gewohnheiten nach: Kinder wecken, mit dem Liebsten zusammen frühstücken, zur Arbeit fahren, einkaufen usw.. Phasenweise kann das alles sogar ganz schön nerven.

Wenn dann aber etwas Schlimmes passiert und uns aus unserem Alltag herausreißt, wird uns plötzlich klar, was wir alles hatten und wofür wir jeden Tag hätten dankbar sein können. So tragisch es ist: Krisen machen uns klar, was für ein besonderes Geschenk das Leben ist. Allerdings können wir das dann auch nur genießen, sofern wir unsere Kraft wiederfinden, die in der Krise verloren gegangen ist …

Plötzlich Witwe

Maya Stomp kennt die Leere und Kraftlosigkeit, die schwere Krisen hinterlassen. Im Alter von 41 Jahren verlor sie überraschend ihren Ehemann. Alexander starb an einem Dienstagabend infolge einer Hirnblutung. Innerhalb von zwei Stunde verwandelte sich die Welt von Maya Stomp von “alles wie immer” in “völlig aus den Fugen”. Nach 15 gemeinsamen Jahren musste sie Abschied nehmen.

© RandomhouseKnapp zehn Jahre nach ihrem Verlust hat Maya Stomp ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben. In “Wir Witwen sind ein zähes Volk” schildert sie, wie es sich anfühlte, plötzlich allein zu sein und neu anfangen zu müssen – und wie sie persönlich den Weg zurück ins Leben sowie ihre Kraft wiederfand.

Mit Sicherheit ist dieses Buch eine Quelle des Trosts für alle, die um einen geliebten Menschen trauern. Denn es vermittelt uns das Gefühl, verstanden zu werden und eben nicht allein zu sein. Darüber hinaus können Maya Stomps Schilderungen und Ratschläge jedoch auch generell bei der Bewältigung von und “Wiederauferstehung” nach einer Krise helfen – so wie zum Beispiel folgende fünf Selbsthilfemaßnahmen.

5 Tipps, um die eigene Kraft wiederzufinden

1. Trostquellen finden

Befinden wir uns in einer Verfassung, in der wir uns jeden Morgen oder Abend fragen: “Wie soll ich das bloß schaffen?”, sollten wir uns etwas suchen, das uns ein gutes Gefühl vermittelt. Ob Fotos, Musik, das Haustier oder eine gute Tasse heißen Kaffee – vieles kann ein Seelentröster sein, doch wir alle müssen unsere individuellen Trostquellen selbst finden.

2. Die Schönheit der Welt wiederentdecken

Maya Stomp hatte ihr Aha-Erlebnis während einer Laufrunde nach einer schlaflosen Nacht: Die Schönheit der Welt ist ja immer noch da! Bäume, Himmel, Vögel, der eigene Körper – nach einer Krise ist es hilfreich, die eigene Wahrnehmung gezielt auf das Schöne und Wundervolle des Lebens zu richten.

3. Anti-Stress-Maßnahmen

Natürlich darf und sollte man sich mit seinem Schmerz auseinandersetzen – doch nach Möglichkeit nicht rund um die Uhr. Sich ablenken lassen und durchatmen, sich selbst etwas Gutes tun, z. B. eine Massage oder eine Portion Pommes und dabei im Idealfall einem guten Zuhörer das Herz ausschütten. Anti-Stress-Maßnahmen helfen dabei, einen Ausweg zu finden – gedanklich wie praktisch.

4. Neue Rituale finden

Wenn die Krise den gewohnten Alltag unmöglich gemacht hat, sollten wir unsere Gewohnheiten ändern und neue Rituale etablieren. Zum Beispiel jede Woche eine Kerze immer zur selben Uhrzeit anzünden oder einen Brief schreiben (könnte gleichzeitig ein Trost spendendes Gedenkritual sein) oder an bestimmten Tagen zum Sport gehen …

5. Wieder Verbindungen aufbauen

Beziehungen geben uns Kraft – daher sollten wir uns in oder nach einer Krise niemals komplett abschotten. Abgesehen von Treffen mit Freunden, die Verständnis und Interesse zeigen, können auch ehrenamtliche Tätigkeiten dabei helfen, um neuen Mut und Sinn zu schöpfen.

Falls du dich auch gerne mit anderen austauschen möchtest oder Anschluss suchst: Schau doch mal in unserer Community vorbei!

Source: https://www.brigitte.de

Alleine glücklich sein klingt für dich nach einem Widerspruch in sich? Ist es aber nicht! Hier erfährst du, wie du es lernen kannst.

Wenn wir klein sind, leben wir bei unseren Eltern, als Schulkinder sitzen wir zusammen mit anderen in einer Klasse und als Erwachsene suchen sich viele einen Partner, mit dem sie wiederum eine Familie gründen. Sind wir als Menschen überhaupt dazu in der Lage, alleine glücklich zu sein? Kurz und schmerzlos: Ja, sind wir! Aber unter Umständen müssen wir es erst einmal lernen …

Alleine glücklich sein: Warum ist das so schwer?

Eines der wesentlichen Merkmale von uns Menschen ist unser Sozialsinn (mehr dazu erfährst du in unserem Artikel “Was ist der Mensch?“). Ihm verdanken wir unter anderem, dass wir mithilfe höchst komplexer Systeme kommunizieren können (Sprachen) und in der Regel rund 80 Jahre Leben zur Verfügung haben, anstatt um die 30. Empathie, ein Bedürfnis nach Nähe, Feedback und Gesellschaft, Sehnsucht nach Liebe – an solchen Eigenschaften und Gefühlen merken wir alle, dass wir soziale Wesen sind.

Auch aus der Forschung gibt es Beobachtungen, die zeigen, wie stark unser Drang zu menschlichen Kontakten und Verbindungen ist: In einem Experiment der University of Virginia fügte sich zum Beispiel jede zweite Versuchsperson lieber einen Stromschlag zu, als eine Viertelstunde mit ihren Gedanken allein zu sein.

Wem das Alleinsein also schwerfällt, kann sich trösten: Damit bist du nicht allein!

Alleine glücklich sein: Wozu?

Aber, vielschichtig wie wir Menschen nun einmal sind, ist unser Bedürfnis nach Gesellschaft und sozialer Anbindung natürlich nicht das einzige, was uns ausmacht: In jedem von uns steckt auch ein Individualist, der sich selbst verwirklichen möchte, sich unabhängig und frei fühlen sowie abgrenzen muss, um glücklich zu sein. Wären wir ständig unter Menschen und niemals allein, käme diese Seite unserer Persönlichkeit viiiiel zu kurz. Insofern sind Phasen des Alleinseins gut und wichtig für uns – denn nur, wer alleine glücklich sein kann, kann generell glücklich sein.

Alleine glücklich sein: Allein versus einsam

Einer der Gründe, warum Alleinsein einigen Menschen Angst macht und in ihrer Vorstellung negativ besetzt ist, liegt darin, dass sie es mit Einsamkeit verwechseln bzw. gleichsetzen. Allerdings ist Einsamkeit ein Gefühl und Alleinsein lediglich ein Zustand – und es ist wichtig, das zu unterscheiden. Selbst in einem Raum voller Menschen können wir uns einsam fühlen, obwohl wir nicht allein sind. Andersherum müssen wir uns nicht einsam fühlen, wenn wir von anderen isoliert sind.

Entscheidend dafür, was wir fühlen, ist, wie wir eine Situation wahrnehmen. Einsamkeit entsteht in uns, wenn wir meinen, abgeschnitten, verzichtbar und fehl am Platz zu sein. Da wir, wenn wir allein sind, kein Feedback von anderen Menschen bekommen und uns daher die Bestätigung von außen fehlt, kann der Zustand des Alleinseins einen solchen Eindruck begünstigen – allerdings nur, sofern wir nicht genug an uns glauben und es uns an Selbstliebe und Selbstbewusstsein mangelt. 

 

4 Vorteile von Menschen, die alleine glücklich sein können

Zugegeben: Von Menschen umgeben zu sein, ist schön, vor allem wenn es Personen sind, mit denen wir auf einer Wellenlänge liegen. Allerdings hat Gesellschaft auch ihre Nachteile – und das Alleinsein seine Vorteile!

1. Alleinsein fördert Kreativität

Wer allein und auf sich selbst gestellt ist, muss eigene Ideen und Lösungswege entwickeln – und ein besonders Kreativität boostendes Duo heißt übrigens: Alleinsein + Langeweile!

2. Alleinsein können schützt vor Einsamkeit

Klingt vielleicht paradox, aber: Wer alleine glücklich sein kann, wird niemals unter Einsamkeit leiden – auch nicht in einer Gruppe von Menschen, mit denen sie oder er nichts gemeinsam hat. Sich selbst genug zu sein schützt vor quälenden Einsamkeitsgefühlen und so ist Alleinsein üben ein guter Weg, um Einsamkeit überwinden zu können.

3. Alleinsein bringt uns mit uns selbst in Kontakt

Wenn wir alleine sind, steht nichts und niemand zwischen unseren Bedürfnissen und den Entscheidungen und Handlungen, die wir daraus ableiten. Kein für andere verantwortlich Sein, kein sich mit anderen Vergleichen und Konkurrieren – allein können wir uns voll und ganz auf uns konzentrieren. Daher ist Alleinsein ein wichtiges Element bei der Selbstfindung und oftmals nötig, wenn wir unsere Gefühle verstehen lernen möchten.

4. Alleinsein stärkt Selbstvertrauen und Unabhängigkeit

Wer alleine zurechtkommt, macht dabei in der Regel die Erfahrung: Wow, das funktioniert ja super! Natürlich stärkt das unser Selbstvertrauen und unsere Unabhängigkeit – zu Recht! 

Alleine glücklich sein: So kannst du es lernen

Ein entscheidender Ansatzpunkt, um alleine glücklich sein zu lernen, ist unsere Wahrnehmung – sowohl unsere Selbstwahrnehmung als auch unsere Wahrnehmung der Situation des Alleinseins. Folgende Tipps können dabei helfen, eine positive Einstellung zum Alleinsein zu entwickeln.

6 Tipps, die dir das Alleinsein versüßen

1. Entscheide dich fürs Alleinsein

Wir alle sind kleine Kontrollfreaks. Daher fällt es uns leichter, uns auf etwas einzulassen, das wir uns selbst ausgesucht haben. Auch wenn du womöglich “unfreiwillig” alleine bist, solltest du deshalb versuchen, die Situation als von dir gewählt zu betrachten. Vielleicht war es ja dein Unterbewusstsein, das dein Leben so gesteuert hast, dass du nun alleine bist? Vielleicht ist es ja genau das, was du gerade brauchst? Jeder Moment in unserem Leben bietet uns die Chance, etwas Positives daraus zu machen oder darin zu sehen – auch und gerade, wenn wir ihn allein verbringen!

2. Führe dir die Vorteile des Alleinseins vor Augen

Du musst dich nach niemandem richten, kannst selbst entscheiden, wie du deine Zeit verbringst, und musst dich mit niemandem streiten oder anschnauzen lassen – hach, wie schön! 

3. Setz dich mit dir selbst auseinander

Worauf bist du stolz? Wofür bist du dankbar? Was ist dein Lebenstraum? Was macht dich glücklich? Du brauchst kein Feedback von außen, wenn du selbst weißt, wer du bist und was du wert bist. Am besten besorgst du dir ein Tagebuch, in das du regelmäßig etwas schreibst – dann hast du gleich auch einen handfesten Beweis, dass du da bist und dich weiterentwickelst.

4. Unternimm alleine etwas Schönes

Ob Kino, lecker essen gehen oder gleich Urlaub am Meer – alleine kannst du genauso viele tolle Dinge tun wie in Gesellschaft. Positive Erlebnisse helfen dir dabei, das Alleinsein lieben zu lernen.

5. Stell dich einer Herausforderung

Ängste überwinden, Gewohnheiten ändern oder auch die blöde Glühbirne im Bad selber wechseln – such dir ein Projekt, das du alleine bewältigen kannst. Das stärkt dein Selbstvertrauen und beweist dir: Vieles schaffst du ganz allein.

6. Akzeptiere Einsamkeit als Teil des Menschseins

Obwohl wir soziale Wesen sind und selbst wenn wir uns in Gesellschaft befinden: Ein kleiner Rest Einsamkeit wird doch immer bleiben. Der Grund dafür ist: Was wir fühlen und empfinden, ist individuell. Niemand weiß oder kann ganz genau nachempfinden, was Trauer oder Glück für dich bedeutet. Klingt deprimierend? Ist es aber nicht! Schließlich ist das etwas, was uns alle miteinander verbindet – und jeden einzelnen von uns unverzichtbar macht.

Source: New feed

Er ist einer der bekanntesten Schönheitschirurgen Österreichs, polstert Wangen auf, spritzt Botox, strafft Bauchdecken und vergrößert Brüste. Jetzt hat er ein Buch geschrieben, das ihm in seiner Branche nicht nur Freunde machen wird. Im Interview erzählt er uns, warum er seinen Liebsten immer von Schönheits-OPs abraten würde. 

Dr. Artur Worseg
© Dr. Artur Worseg

Wir erreichen Dr. Artur Worseg nicht sofort. “Sorry, ich musste gerade noch eine Bauchstraffung zu Ende bringen”, erklärt er mit seinem sympathischen Wiener Akzent, als er zurückruft. “Aber jetzt kann ich reden.” Wir sprechen ein paar Takte über sein Buch und es wird sofort klar. dass dieser lebhafte  Mann das Klischee eines Schönheitschirurgen konsequent unerfüllt lassen wird. Eigentlich nicht verwunderlich: Denn mit seinem Buch “Deine Nase kann nichts dafür” stellt der renommierte Plastische Chirurg nicht nur seine Branche in Frage, sondern auch seine eigene Vergangenheit.

BARBARA: Darf ich ganz ehrlich sein?

Dr. Artur Worseg: “Ich bitte darum!”

Ich fand das Buch wahnsinnig beeindruckend und reflektiert. Aber es hat mich auch verwirrt und einige Fragen aufgeworfen…

“Zum Beispiel, wie ich es mit mir vereinbaren kann, weiter zu operieren?”

Ganz genau!

“Das ist eine wichtige Frage. Die habe ich mir natürlich auch gestellt, bevor und während ich das Buch geschrieben habe. Ich meine, darf ein praktizierender Chirurg seine eigene Branche so in Frage stellen? Ich persönlich habe mir die Frage mit einem JA beantwortet. Schau, ich lebe nach den Prämissen, über die ich geschrieben habe. Ich schaue mir sehr genau an, was ein Patient weshalb von mir möchte und ich bin ehrlich zu jedem. Warum sollte ich also nicht operieren? Es gibt genug Leute, die nach einer OP rausgehen und Freude an den Ergebnissen haben. Es gibt aber eben auch die anderen, die trotz guter Ergebnisse unzufrieden sind.”

Bereuen Sie manche OPs, die Sie früher gemacht haben?

“Ja. Ich bereue viele. Sehr viele. Mit dem Wissen, das ich heute habe, hätte ich einige OPs einfach niemals machen dürfen. Weil oft von vorne herein klar war, dass ich nicht wirklich helfen kann. Dann abzulehnen und zu sagen, dass man das nicht macht oder zumindest noch nicht macht, das musste ich erst lernen. Genau dieses Bereuen war auch meine Motivation, das Buch zu schreiben. Ich wollte es eigentlich erst als Fachliteratur für Kollegen schreiben, einfach meine zwischenmenschliche Erfahrung an jüngere Kollegen weitergeben. Letzten Endes ist es ein Buch für alle geworden und wahrscheinlich ist das auch gut so. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen, eine geplante Operation nochmal zu überdenken.”

Warum sollte man eine OP nochmal überdenken? Ist es denn verwerflich, gegen die Zeichen der Zeit ein bisschen ankämpfen zu wollen?

“Ach, um Gottes Willen, das ist überhaupt nicht verwerflich. Ich steh selbst auch manchmal vor dem Spiegel und denke “Ach du scheiße, das sah auch mal besser aus.” Aber letzten Endes steckt hinter diesem Hadern mit dem Äußeren meist ein ganz anderes Problem. Und das kann ich mit Botox oder anderen Eingriffen nicht lösen. Weder bei mir selbst, noch bei anderen.”

Also versuchen Sie, alle Ihre Patienten umzustimmen?

“Nein, das will ich ja auch gar nicht. Es gibt einige Menschen, die kommen nach gründlicher Überlegung zu mir, haben einen ganz bestimmten Wunsch und gehen auch zufrieden nach Hause. Denen kann ich helfen und das wird auch im Vorgespräch recht schnell deutlich. Ich versuche auch bei den anderen nicht, sie umzustimmen. Ich versuche einfach nur, behutsam die richtigen Fragen zu stellen, sodass wir im besten Fall nach dem Gespräch beide wissen, wenn eine OP das Grundproblem einfach nicht lösen wird. Fakt ist: Sehr viele Patienten in der Schönheitschirurgie müssten wir Chirurgen vor ihrer eigenen Entscheidung retten. Denn viele sind einfach nur in einer schwierigen Phase, andere bräuchten generell psychologische Hilfe. Den wenigsten Menschen verhilft Plastische Chirurgie wirklich zu einem glücklicheren Leben.

Also wenn ich meine Brüste zu klein, meinen Po zu dellig und meine Fesseln zu dick finde… bin ich dann irgendwie gestört?

“Nein, sind Sie nicht. An sich etwas auszusetzen, ist vollkommen normal. Es kommt eher darauf an, wie man damit umgeht. Lachen Sie drüber oder schränkt es Sie sehr ein?”

Noch lache ich.

“Sehen Sie, genau das ist es. Noch ist das nicht schlimm. Aber vielleicht stecken Sie irgendwann mal in einer Krise, fühlen sich alleine, zu alt, irgendwie ungebraucht, und dann lachen Sie plötzlich nicht mehr drüber. Dann kommen Sie zu mir und wollen was ändern lassen. Als Arzt sollte ich das erkennen und empfehlen, noch etwas zu warten, denn meist löst Zeit die Probleme von Krisengeschüttelten viel besser als eine OP. Das schlagen aber leider die wenigsten Ärzte vor, weil da Geld dranhängt.”

Ist ja auch logisch. Haben Sie denn Angst, dass das Buch Ihre Kollegen verärgert?

Ja, davor hab ich natürlich Angst und auch zu Recht. Unter Kollegen mache ich mir damit nicht nur Freunde, das ist mir natürlich bewusst. Egal. Ich werde damit umgehen lernen. In Deutschland wird es definitiv zu Diskussionen führen und das finde ich gar nicht schlecht. Und es ist auch völlig in Ordnung, wenn in dieser Sache nicht jeder meiner Meinung ist. Diskussionen finde ich eigentlich immer gut. Die führen dazu, dass wir uns alle mal wieder selbst hinterfragen.”

Warum haben Sie das Buch gerade jetzt geschrieben?

“Weil der Zeitpunkt nicht nur für mich persönlich, sondern auch generell genau richtig ist. Schönheit ist so unfassbar wichtig geworden. Auf wichtigen Posten sitzen meist junge, hübsche Menschen, das heißt die Assoziation “jung und schön gleich erfolgreich” liegt leider nahe. Auch den neuen Selfiewahn halte ich für ein großes Problem unserer Zeit. Die Leute setzen sich gekonnt in Szene für den einen Moment, verzerren sich regelmäßig durch den Aufnahmewinkel und ertragen dann ihr eigenes Spiegelbild im Vergleich irgendwann nicht mehr. Mit Filtern und Apps wird dann noch mit einem Wisch dies und jenes optimiert und das überträgt man dann in die Realität.”

Die Schönheits-OP als Real-Pendant für den virtuellen Filter?

“Ganz genau! Man muss sich nur mal Apps wie “Face me up” anschauen. Das ist irre, wie schnell man sich da zur Schönheitskönigin wischen kannst. Nur, dass man dann leider irgendwann mit der Realität nicht mehr klarkommt.”

Und was kann man gegen diesen Schönheitswahn machen?

“Naja, was Lifestyle-Magazine einem immer so alles erzählen, das halte ich teilweise schon für zynisch. Diese Denke-positiv-Parolen sind ja im Grunde nur andere Worte für “Lass mich in Ruhe mit deinen Problemen.” Ob du positiv denkst oder nicht, das ist größtenteils Veranlagung und keine Frage des Wollens. Ich glaube, es hilft eher, mal den Fokus von sich selbst zu nehmen und sich anderen Dingen und Menschen zu widmen. Soziales Engagement ist ein prima Tool, um die Wertigkeit zu verschieben. Sich um andere oder um eine gute Sache zu kümmern, hilft sehr gut dabei, sich aus dem eigenen Gedankenstrudel zu befreien und ist toll für das eigene Selbstwertgefühl. In Amerika zum Beispiel gehört das ganz selbstverständlich dazu. Hier in Europa ist soziales Engagement leider viel seltener. 

In meinem Amerika-Urlaub habe ich mich ehrlich gesagt auch irgendwie wohler in meinem Bikini gefühlt. Da scheinen die meisten etwas entspannter mit ihrem Äußeren umzugehen, oder bilde ich mir das nur ein?

“Vermutlich haben Sie Recht mit Ihrem Gefühl. Das hat was mit Toleranz zu tun. Europa ist nicht der toleranteste Teil dieser Welt. In einer Multikulti-Gesellschaft wie in den USA ist die Toleranz höher, die Menschen sind offener für Andersartigkeit. Aber natürlich gibt es auch dort total überzogene und verrückte Schönheitsideale, gerade unter den Prominenten und Superreichen.”

Apropos Superreiche und Promis. Befürchten Sie, dass Sie Patienten durch das Buch verlieren?

“Nein, ich glaube, dass das Gegenteil der Fall ist. Ich kenne eine Menge Leute, die im Nachhinein sehr dankbar sind, dass ich sie nicht operiert habe. Ich denke, dass es sich am Ende auszahlt, wenn ein Arzt ehrlich ist. Ich verurteile ja niemanden. Ich gebe mir einfach nur Mühe, den Menschen in seiner Gesamtheit wahrzunehmen.”

 Dr. Artur Worseg: Deine Nase kann nichts dafür. Wie wir uns vor dem Schönheitswahn retten.

Wie lernen wir, unser Äußeres zu lieben und warum tun wir es manchmal nicht? Die Gründe liegen meist tiefer als wir denken. Wer seine Nase nicht mag, lehnt vielleicht seinen Vater ab. Frauen, denen ihre Brüste nicht gefallen, könnten ein Identifikationsproblem mit ihrer Mutter haben. Der international renommierte Schönheitschirurg Univ.-Doz. Dr. Artur Worseg legt nach 25 Jahren Berufserfahrung ein ehrliches Plädoyer gegen seine eigene Branche vor und zeigt die besten Wege zu mehr Selbstliebe.

Source: New feed

Wise Chat
Anonymous1342
Wie kann ich kaufen, Versand möglich
Anonymous28899
not-one-care
Anonymous32182
devil
Anonymous32182
Hallo
Anonymous35232
Hallo was kostet 1 tonne pellets??
Anonymous32182
Hallo
Customize