Äußeres

sex-ohne-kondom-was-du-wissen-solltest

Sex ohne Kondom kann unter Umständen fatale Folgen haben. Wann du verzichten kannst und wann du Gummi geben solltest …

Kondome schützen vor ungewollten Schwangerschaften und vor den meisten Geschlechtskrankheiten zuverlässig. Häufig werden sie jedoch als störend vor bzw. während des Liebesspiels empfunden – und es ist für viele bequemer, sie wegzulassen. Das kann aber schnell nach hinten losgehen …

Die Top 5 Ausreden

Die Ausreden, wenn es darum geht, keine Kondome verwenden zu wollen, sind vielfältig. Hier die Top 5:

Du nimmst doch die Pille!

Die Pille verhindert richtig eingenommen ungewollte Schwangerschaften – sie schützt jedoch nicht vor Geschlechtskrankheiten!

Ich hab nichts, versprochen!

Und das weiß dein Gegenüber so genau, weil derjenige gerade frisch getestet wurde, alle Tests negativ waren und er seitdem keine anderen Sexpartner hatte? Geschlechtskrankheiten bzw. deren Erreger sind nicht von außen sichtbar! Bedenke: Wenn jemand mit dir ungeschützten Sex haben will, wollte derjenige das vielleicht vorher auch schon mit anderen …

Ich ziehe ihn vorher raus!

Klappt sicher … nicht – und auch hier gilt wieder: Der Coitus Interruptus schützt nicht vor Syphilis, HIV & Co.!

Ich habe eine Latexallergie

Vielleicht stimmt das sogar … Doch es ist kein Grund auf Gummis zu verzichten, denn glücklicherweise gibt es ja latexfreie Kondome zu kaufen!

Vertraust du mir nicht?

Vertrauen ist wichtig, keine Frage. Dummerweise hat das in diesem Fall wenig mit Vertrauen zu tun, vor allem, wenn ihr euch kaum kennt (was bei einem One-Night-Stand wahrscheinlich der Fall ist):

  • Geschlechtskrankheiten kann man niemandem unbedingt ansehen. Ein gepflegtes Äußeres ist kein Indiz für verantwortungsvolles Handeln.
  • Egal, ob ihr euch schon länger kennt oder erst seit Kurzem: Vermutlich wird dir dein Partner oder deine Partnerin nicht auf die Nase binden, dass sie oder er ungeschützten Sex mit (vielen) anderen gehabt hat

Vorsicht vor Stealthing

Manche Männer versuchen sich nicht im Vorfeld rauszureden, sondern wenden eine perfide Methode an: Ihr habt vereinbart Sex mit Kondom zu haben, doch er zieht es heimlich, z. B. beim Stellungswechsel, ab – in dem Fall spricht man von Stealthing (und er hat vielleicht im Nachhinein eine lächerliche Ausrede parat). Und dieser Akt ist keineswegs ein Kavaliersdelikt, sondern Missbrauch und in Deutschland strafbar.

Let’s talk about Geschlechtskrankheiten

Sexuell übertragbare Krankheiten, auch STI (sexually trasmitted infection) oder STD (sexually transmitted diseases) genannt, sind leider keine Seltenheit. Die wichtigsten im Überblick:

  • HIV und AIDS
  • Chlamydien
  • Syphilis
  • Tripper (Gonorrhoe)
  • Hepatitis A und C
  • Trichomonaden
  • Filzläuse
  • Herpes
  • Humane Papillomviren (HPV)

Die Syphilis-Fälle haben sich von 2000 bis 2013 mehr als verdoppelt, das Robert-Koch-Institut schätzt die Zahl der Menschen, die Ende 2018 mit HIV/AIDS in Deutschland leben auf 87.900 (Stand 2018). Und die Zahl der Neuinfektionen für 2018 wurde auf 2.400 geschätzt – sicher fühlen sollte man sich angesichts dieser Zahlen also nicht.

Ansteckungswege

  • Kontakt mit Körperflüssigkeiten
  • Kontakt mit befallenen Hautveränderungen
  • Schmierinfektion
  • Andere mögliche Wege: z. B. Drogengebrauch

Die Ansteckungswege sind unterschiedlich, so werden Chlamydien zum Beispiel über den Kontakt bei nicht-infizierter mit infizierter Schleimhaut übertragen, während HIV über Körperflüssigkeiten (z. B. Sperma oder Scheidenflüssigkeit) übertragen wird. Auch eine Schmierinfektion ist bei einigen möglich, z. B. über gemeinsam genutzte Gegenstände, die über die Hände auf Schleimhäute gelangen.

Symptome von STI

Bei einigen sexuell übertragbaren Krankheiten merkt der Betroffene keinerlei Anzeichen, andere wiederum treten mit unangenehmen Begleiterscheinungen auf.

Mögliche Symptome:

  • Unangenehm riechender und farbveränderter Ausfluss
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Sex
  • Juckreiz oder Ausschlag

STI-Tests

Wann ist ein Test sinnvoll? Treten Symptome auf, solltest du zur Ärzt*in gehen, um diese abklären zu lassen. Viele Geschlechtskrankheiten sind gut behandelbar, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Gynäkologen, Urologen oder Hautärzte sind dafür deine Ansprechpartner. Auch deine Hausärzt*in kann dir sicherlich weiterhelfen!

Bei häufig wechselnden Sexpartnern können regelmäßige Tests sinnvoll sein, um Infektionen früh zu erkennen und nicht weiterzugeben, so die Deutsche Aidshilfe. Ein Test ist ebenso angesagt, wenn ein Sexpartner von dir mit einer Geschlechtskrankheit diagnostiziert wurde.

Normalerweise übernehmen die Krankenkassen die Kosten für solche Tests. Sogenannte Heimtests müssen hingegen selber bezahlt werden. Hier erfährst du mehr darüber, wie du dich anonym testen lassen kannst.

Sex ohne Kondom in einer Beziehung

Bei flüchtigen Liebschaften und bei häufig wechselnden (Sex-)Partnern ist das Kondom der sicherste Schutz vor Krankheiten und ungewollten Schwangerschaften. Werden am Anfang von Beziehungen noch Kondome verwendet, fallen diese häufig weg, sobald es ernster wird. Doch ab wann könnte man auf das Kondom beim Sex wirklich verzichten?

  • Ihr habt beide Tests gemacht und seid gesund (ansonsten den ärztlichen Rat befolgen und die Therapie vollständig abschließen).
  • Ihr lebt in einer monogamen Beziehung oder legt Spielregeln fest, wie Sex mit anderen aussieht (z. B. ausschließlich mit Kondombenutzung).
  • Ihr fühlt euch beide sicher mit der Entscheidung, auf Kondome zu verzichten.
  • Spielt die Schwangerschaftsverhütung eine Rolle, solltest ihr über alternative Verhütung sprechen. Hier findet hier einen Überblick über verschiedene Verhütungsmittel sowie natürliche Verhütung.

Verhütungsmittel, Sex in den Wechseljahren oder Probleme in der Langzeitbeziehung – in der BRIGITTE-Community kannst du dich mit anderen austauschen. 

Quellen

Bundesministerium für Gesundheit

Deutsche Aidshilfe

liebesleben.de

Robert-Koch-Institut

Source: https://www.brigitte.de

Er ist einer der bekanntesten Schönheitschirurgen Österreichs, polstert Wangen auf, spritzt Botox, strafft Bauchdecken und vergrößert Brüste. Jetzt hat er ein Buch geschrieben, das ihm in seiner Branche nicht nur Freunde machen wird. Im Interview erzählt er uns, warum er seinen Liebsten immer von Schönheits-OPs abraten würde. 

Dr. Artur Worseg
© Dr. Artur Worseg

Wir erreichen Dr. Artur Worseg nicht sofort. “Sorry, ich musste gerade noch eine Bauchstraffung zu Ende bringen”, erklärt er mit seinem sympathischen Wiener Akzent, als er zurückruft. “Aber jetzt kann ich reden.” Wir sprechen ein paar Takte über sein Buch und es wird sofort klar. dass dieser lebhafte  Mann das Klischee eines Schönheitschirurgen konsequent unerfüllt lassen wird. Eigentlich nicht verwunderlich: Denn mit seinem Buch “Deine Nase kann nichts dafür” stellt der renommierte Plastische Chirurg nicht nur seine Branche in Frage, sondern auch seine eigene Vergangenheit.

BARBARA: Darf ich ganz ehrlich sein?

Dr. Artur Worseg: “Ich bitte darum!”

Ich fand das Buch wahnsinnig beeindruckend und reflektiert. Aber es hat mich auch verwirrt und einige Fragen aufgeworfen…

“Zum Beispiel, wie ich es mit mir vereinbaren kann, weiter zu operieren?”

Ganz genau!

“Das ist eine wichtige Frage. Die habe ich mir natürlich auch gestellt, bevor und während ich das Buch geschrieben habe. Ich meine, darf ein praktizierender Chirurg seine eigene Branche so in Frage stellen? Ich persönlich habe mir die Frage mit einem JA beantwortet. Schau, ich lebe nach den Prämissen, über die ich geschrieben habe. Ich schaue mir sehr genau an, was ein Patient weshalb von mir möchte und ich bin ehrlich zu jedem. Warum sollte ich also nicht operieren? Es gibt genug Leute, die nach einer OP rausgehen und Freude an den Ergebnissen haben. Es gibt aber eben auch die anderen, die trotz guter Ergebnisse unzufrieden sind.”

Bereuen Sie manche OPs, die Sie früher gemacht haben?

“Ja. Ich bereue viele. Sehr viele. Mit dem Wissen, das ich heute habe, hätte ich einige OPs einfach niemals machen dürfen. Weil oft von vorne herein klar war, dass ich nicht wirklich helfen kann. Dann abzulehnen und zu sagen, dass man das nicht macht oder zumindest noch nicht macht, das musste ich erst lernen. Genau dieses Bereuen war auch meine Motivation, das Buch zu schreiben. Ich wollte es eigentlich erst als Fachliteratur für Kollegen schreiben, einfach meine zwischenmenschliche Erfahrung an jüngere Kollegen weitergeben. Letzten Endes ist es ein Buch für alle geworden und wahrscheinlich ist das auch gut so. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen, eine geplante Operation nochmal zu überdenken.”

Warum sollte man eine OP nochmal überdenken? Ist es denn verwerflich, gegen die Zeichen der Zeit ein bisschen ankämpfen zu wollen?

“Ach, um Gottes Willen, das ist überhaupt nicht verwerflich. Ich steh selbst auch manchmal vor dem Spiegel und denke “Ach du scheiße, das sah auch mal besser aus.” Aber letzten Endes steckt hinter diesem Hadern mit dem Äußeren meist ein ganz anderes Problem. Und das kann ich mit Botox oder anderen Eingriffen nicht lösen. Weder bei mir selbst, noch bei anderen.”

Also versuchen Sie, alle Ihre Patienten umzustimmen?

“Nein, das will ich ja auch gar nicht. Es gibt einige Menschen, die kommen nach gründlicher Überlegung zu mir, haben einen ganz bestimmten Wunsch und gehen auch zufrieden nach Hause. Denen kann ich helfen und das wird auch im Vorgespräch recht schnell deutlich. Ich versuche auch bei den anderen nicht, sie umzustimmen. Ich versuche einfach nur, behutsam die richtigen Fragen zu stellen, sodass wir im besten Fall nach dem Gespräch beide wissen, wenn eine OP das Grundproblem einfach nicht lösen wird. Fakt ist: Sehr viele Patienten in der Schönheitschirurgie müssten wir Chirurgen vor ihrer eigenen Entscheidung retten. Denn viele sind einfach nur in einer schwierigen Phase, andere bräuchten generell psychologische Hilfe. Den wenigsten Menschen verhilft Plastische Chirurgie wirklich zu einem glücklicheren Leben.

Also wenn ich meine Brüste zu klein, meinen Po zu dellig und meine Fesseln zu dick finde… bin ich dann irgendwie gestört?

“Nein, sind Sie nicht. An sich etwas auszusetzen, ist vollkommen normal. Es kommt eher darauf an, wie man damit umgeht. Lachen Sie drüber oder schränkt es Sie sehr ein?”

Noch lache ich.

“Sehen Sie, genau das ist es. Noch ist das nicht schlimm. Aber vielleicht stecken Sie irgendwann mal in einer Krise, fühlen sich alleine, zu alt, irgendwie ungebraucht, und dann lachen Sie plötzlich nicht mehr drüber. Dann kommen Sie zu mir und wollen was ändern lassen. Als Arzt sollte ich das erkennen und empfehlen, noch etwas zu warten, denn meist löst Zeit die Probleme von Krisengeschüttelten viel besser als eine OP. Das schlagen aber leider die wenigsten Ärzte vor, weil da Geld dranhängt.”

Ist ja auch logisch. Haben Sie denn Angst, dass das Buch Ihre Kollegen verärgert?

Ja, davor hab ich natürlich Angst und auch zu Recht. Unter Kollegen mache ich mir damit nicht nur Freunde, das ist mir natürlich bewusst. Egal. Ich werde damit umgehen lernen. In Deutschland wird es definitiv zu Diskussionen führen und das finde ich gar nicht schlecht. Und es ist auch völlig in Ordnung, wenn in dieser Sache nicht jeder meiner Meinung ist. Diskussionen finde ich eigentlich immer gut. Die führen dazu, dass wir uns alle mal wieder selbst hinterfragen.”

Warum haben Sie das Buch gerade jetzt geschrieben?

“Weil der Zeitpunkt nicht nur für mich persönlich, sondern auch generell genau richtig ist. Schönheit ist so unfassbar wichtig geworden. Auf wichtigen Posten sitzen meist junge, hübsche Menschen, das heißt die Assoziation “jung und schön gleich erfolgreich” liegt leider nahe. Auch den neuen Selfiewahn halte ich für ein großes Problem unserer Zeit. Die Leute setzen sich gekonnt in Szene für den einen Moment, verzerren sich regelmäßig durch den Aufnahmewinkel und ertragen dann ihr eigenes Spiegelbild im Vergleich irgendwann nicht mehr. Mit Filtern und Apps wird dann noch mit einem Wisch dies und jenes optimiert und das überträgt man dann in die Realität.”

Die Schönheits-OP als Real-Pendant für den virtuellen Filter?

“Ganz genau! Man muss sich nur mal Apps wie “Face me up” anschauen. Das ist irre, wie schnell man sich da zur Schönheitskönigin wischen kannst. Nur, dass man dann leider irgendwann mit der Realität nicht mehr klarkommt.”

Und was kann man gegen diesen Schönheitswahn machen?

“Naja, was Lifestyle-Magazine einem immer so alles erzählen, das halte ich teilweise schon für zynisch. Diese Denke-positiv-Parolen sind ja im Grunde nur andere Worte für “Lass mich in Ruhe mit deinen Problemen.” Ob du positiv denkst oder nicht, das ist größtenteils Veranlagung und keine Frage des Wollens. Ich glaube, es hilft eher, mal den Fokus von sich selbst zu nehmen und sich anderen Dingen und Menschen zu widmen. Soziales Engagement ist ein prima Tool, um die Wertigkeit zu verschieben. Sich um andere oder um eine gute Sache zu kümmern, hilft sehr gut dabei, sich aus dem eigenen Gedankenstrudel zu befreien und ist toll für das eigene Selbstwertgefühl. In Amerika zum Beispiel gehört das ganz selbstverständlich dazu. Hier in Europa ist soziales Engagement leider viel seltener. 

In meinem Amerika-Urlaub habe ich mich ehrlich gesagt auch irgendwie wohler in meinem Bikini gefühlt. Da scheinen die meisten etwas entspannter mit ihrem Äußeren umzugehen, oder bilde ich mir das nur ein?

“Vermutlich haben Sie Recht mit Ihrem Gefühl. Das hat was mit Toleranz zu tun. Europa ist nicht der toleranteste Teil dieser Welt. In einer Multikulti-Gesellschaft wie in den USA ist die Toleranz höher, die Menschen sind offener für Andersartigkeit. Aber natürlich gibt es auch dort total überzogene und verrückte Schönheitsideale, gerade unter den Prominenten und Superreichen.”

Apropos Superreiche und Promis. Befürchten Sie, dass Sie Patienten durch das Buch verlieren?

“Nein, ich glaube, dass das Gegenteil der Fall ist. Ich kenne eine Menge Leute, die im Nachhinein sehr dankbar sind, dass ich sie nicht operiert habe. Ich denke, dass es sich am Ende auszahlt, wenn ein Arzt ehrlich ist. Ich verurteile ja niemanden. Ich gebe mir einfach nur Mühe, den Menschen in seiner Gesamtheit wahrzunehmen.”

 Dr. Artur Worseg: Deine Nase kann nichts dafür. Wie wir uns vor dem Schönheitswahn retten.

Wie lernen wir, unser Äußeres zu lieben und warum tun wir es manchmal nicht? Die Gründe liegen meist tiefer als wir denken. Wer seine Nase nicht mag, lehnt vielleicht seinen Vater ab. Frauen, denen ihre Brüste nicht gefallen, könnten ein Identifikationsproblem mit ihrer Mutter haben. Der international renommierte Schönheitschirurg Univ.-Doz. Dr. Artur Worseg legt nach 25 Jahren Berufserfahrung ein ehrliches Plädoyer gegen seine eigene Branche vor und zeigt die besten Wege zu mehr Selbstliebe.

Source: New feed

Ads