affäre

Liebe ist die Antwort auf alle Fragen? Nicht ganz. Sie stellt auch ziemlich viele. Psychologe und Paartherapeut Oskar Holzberg beantwortet sie alle.

Er will keinen Sex mehr. Ich schon – und jetzt?

Sexualität ist kein Geysir. Was ist los, wenn (sexuell) nichts mehr los ist?

Wunderbar, diese Frage! Es könnte auch umgekehrt sein, aber hier ist es mal der Mann, dem die Lust vergangen ist. Hat ihn die Lust wirklich verlassen? Oder nur die Lust auf seine Partnerin?

Dass uns das Begehren zeitweise vollständig verloren geht, ist nicht verwunderlich. Es wäre eher verwunderlich, wenn es nicht so wäre. Stimmungen schwanken, Wünsche verändern sich, wir haben nicht immer den gleichen Appetit. Doch der Rückzug des Partners, der Partnerin aus dem Sex wirkt so bedrohlich, weil wir Sexualität immer noch hauptsächlich als Trieb betrachten. Denn was können wir schon tun, wenn ein Trieb erloschen ist?

Verstehen wir dagegen Sexualität als eine uns gegebene Möglichkeit des Lebens und Erlebens, dann ist Sex ein Teil der Kommunikation in einer Partnerschaft. Dann geht es nicht darum, den Sex im Erste-Hilfe-Lust-Kurs wiederzubeleben. Dann hilft keine reizende Reizwäsche, kein erotischer Soundtrack und kein aphrodisierender Kräutersalat. Anders gesagt: Unsere Sexualität ist kein Geysir. In den warfen die Isländer*innen früher ein Stück Seife, und was vorher nur unterirdisch brodelte, schoss dann heiß empor. Mittlerweile ist das verboten. Und wir sollten so auch nicht mehr über Sexualität denken.

Sexualität in der Liebesbeziehung ist die unmittelbarste, intimste und möglicherweise intensivste Form der Begegnung. Sobald nur noch eine*r von beiden daran interessiert scheint, haben wir einen Konflikt, der sich nicht verdrängen lässt. Und wir haben eine Geschichte, die dahin geführt hat. Die gilt es zu verstehen.

Neu in den Partner verlieben: Oskar Holzberg

Oskar Holzberg, 67, berät seit über 20 Jahren in seiner Hamburger Praxis Paare und ist seit über 30 Jahren verheiratet. Sein aktuelles Buch heißt “Neue Schlüsselsätze der Liebe” (240 S., 11 Euro, DuMont).
© Ilona HabbenWar die sexuelle Anziehung ohnehin nie besonders stark? Und das entpuppt sich jetzt erst? Theoretisch möglich. Doch für die meisten Paare gilt dies nicht, denn wir lassen uns ja im Allgemeinen auf Beziehungen gar nicht weiter ein, die uns sexuell nicht beglücken. Ein Rückzug aus der gemeinsamen Sexualität hat also Gründe. Eine geheim gehaltene Affäre ist es selten, oft beleben sexuelle Affären sogar das Sexleben des Paares. Vielleicht ist der Sex nicht mehr befriedend; erotische Wünsche und Unzufriedenheit werden zurückgehalten, aus Angst, den Partner zu verlieren. In dem Fall haben nicht geäußerte Scham und Versagensängste zum Rückzug aus dem Sex geführt. Doch die meisten Sex-Killer haben mit Sexualität wenig zu tun.

Jedes Thema, jeder Konflikt, der auf der Seele liegt, belastet die intime, verletzliche Paarsexualität. Verletzungen durch Flirts und Affären, ständige Entwertungen, sich dominiert oder nicht verstanden fühlen, ungeklärte Themen von Macht, Einfluss oder Ungerechtigkeit, gebrochene Versprechen. Das “Nein” zum Sex ist häufig ein machtvoller, unbewusster Versuch, den Partner zu erreichen. Sex ist ein wunderbares Erleben. In der Partnerschaft ist es die Möglichkeit einer tiefen Verbindung, die die ganze Klaviatur unserer Gefühle zum Klingen bringt. Wenn einer nicht mehr mitspielt, dann hat er seine Gründe. Ob er sie selbst kennt oder nicht: Diese Knoten müssen wir lösen. Und dabei riskieren, dass sich dabei auch unsere Beziehung auflösen kann.

“Paaradox” ist der neue Podcast mit Oskar Holzberg und seiner Frau Claudia. Sie sprechen offen über Themen, die Beziehungen immer wieder herausfordern. Lustig, spannend und erkenntnisreich! U. a. auf Audio Now. 

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Du liebst deinen Partner, er ist der Mann deiner Träume – und du willst Sex, aber nicht mit ihm? Mit diesem Dilemma bist du nicht allein.

Das Begehren in Beziehungen aufrechtzuerhalten, ist für die meisten Paare eine Herausforderung – in 20 Prozent der langjährigen Partnerschaften findet gar kein Sex mehr statt, so schätzt man. Manche Paare arrangieren sich damit und vermissen nichts, andere leiden darunter: einer will Sex, das Gegenüber aber nicht.

Sex mit einem anderen – die Lösung?

Es gibt jedoch noch eine weitere schwierige Konstellation: Man selbst sehnt sich nach Sex, aber eben nicht mehr mit dem Liebsten. Es geht nicht darum, dass man einen anderen Mann begehrt oder sich fremdverliebt hätte. Aber man macht sich Sorgen, dass man sich bei nächster Gelegenheit in eine Affäre stürzen könnte, die die Beziehung gefährdet oder sogar zerstört.

Man sehnt sich nach körperlicher Liebe – aber eben nicht nach ihm

Die amerikanische Psychologin Dr. Marianne Brandon hört solche Klagen häufig von ihren Klient*innen, wie sie im New Yorker Magazin “Psychology Today” schreibt. Und sie weiß: Es gibt keine einfachen Lösungen für dieses Problem, sofern man keine Trennung oder offene Beziehung will, aber auch nicht zölibatär leben möchte.

Die gute Nachricht ist: Es liegt nicht an uns

Brandon weiß aber, woran es liegt, dass das Begehren für den Partner nachlässt. Der Grund für unsere Lustlosigkeit im heimischen Bett liege in unserer Natur:

Wir sind nicht dafür gemacht, über Jahre Lust für dieselbe Person zu empfinden.

Der Zweck von Leidenschaft ist es nicht, zwei Menschen auf Dauer zu verbinden, sondern lediglich die Fortpflanzung der Spezies zu sichern. Sobald das Ziel erreicht ist (oder sich über längere Zeit kein Nachwuchs einstellt), nimmt das Verlangen nach dem Partner ab. Die sexuelle Lust aber bleibt unabhängig davon bestehen – das merken wir spätestens dann, wenn wir uns im Bett eines Liebhabers wiederfinden oder nach einer Trennung sexuelle Höhenflüge mit einem neuen Partner erleben.

Dieses Wissen entlastet: Es liegt nicht an ihm oder an mir, wenn das Begehren versiegt, niemand hat Schuld, weder ich noch mein Partner. Zwar neigen Paare dazu, Erzählungen zu entwickeln, warum es im Bett nicht mehr läuft: Weil der andere sich gehen lässt; weil beide zu gestresst sind; oder weil man den Pornokonsum des Partners als abtörnend empfindet. Doch auch, wenn solche Gründe tatsächlich eine Rolle spielen, ändert das laut Brandon nichts an der Tatsache, dass die Natur etwas anderes will als wir.

Was können wir also tun?

Den Partner für unsere Libido verantwortlich zu machen, bringt uns nicht weiter. Was hilft, ist laut Brandon, einander die innersten sexuellen Wünsche zu zeigen und dabei echte Intimität zu schaffen. Das ist zwar riskant, weil schambesetzt, aber es kann gelingen, wenn man drei Punkte beherzigt:

  1. Sich wirklich zu zeigen, ist weniger bedrohlich, wenn man das gemeinsame Abenteuer im Vorfeld bespricht. So fühlt man sich weniger verletzlich, wenn man sein Innerstes offenbart, und der Liebste wird nicht überrascht oder gar eingeschüchtert.
  2. Wieder lernen, auf die eigenen Empfindungen zu hören – das heißt, den Gedanken weniger Raum zu geben und mehr auf den Körper zu achten. Dazu gehört etwas Übung, denn unsere Gedanken sind laut.
  3. Die meisten Menschen trauen sich nicht, ihre Fantasien ans Licht zu holen, weil die Scham zu groß ist. Versucht, ihr weniger Raum zu geben – der Vorteil einer langen Beziehung ist ja, dass man sich (ver)trauen kann.

 

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Na, was passiert in deinen Träumen, die dich und deinen Schatz involvieren …? Ob du damit in guter Gesellschaft bist und was typische Beziehungsträume laut Expert*innen bedeuten, erfährst du hier.

Träumen ist wichtig für unsere körperliche und psychische Gesundheit. Expert*innen gehen davon aus, dass wir in unseren Träumen Erlebnisse verarbeiten und unsere Gefühle sortieren. Auch wenn Traumdeutung von einigen Menschen als Humbug und Wahrsagerei abgetan wird, besteht mehr als ein Grund zur Annahme, dass unsere Träume etwas über uns verraten können und uns zum Beispiel zeigen, was uns unbewusst beschäftigt.

Der britische Matratzenanbieter “The Dozy Owl” hat knapp 3.600 liierte Menschen zu ihren Liebesträumen befragt: Träumen sie nachts von ihrer Beziehung und ihrem Schatz? Und wenn ja: Was träumen sie denn dann so im Detail? Die erste Frage beantworteten 76 Prozent der Testpersonen mit einem klaren “Ja!” – sie haben innerhalb der letzten sieben Tage von ihrer Partnerschaft geträumt. Die häufigsten Träume und was sie laut zu Rate gezogenen Traumdeuter*innen von “Psychicworld” bedeuten im Überblick:

Die sechs häufigsten Liebesträume und was sie bedeuten

1. Partner*in hat Affäre mit dem*der Ex

72 Prozent der von “The Dozy Owl” befragten Personen haben in letzter Zeit geträumt, von ihrem Schatz mit dessen Ex betrogen zu werden. Damit ist das laut dieser Umfrage der häufigste Beziehungstraum von allen. Hinweisen könnte das Motiv laut Expert*innen auf Unsicherheiten, die wir in unserer Beziehung haben. Fühlen wir uns von unserem Partner vernachlässigt? Oder haben wir ein geringes Selbstvertrauen? In manchen Fällen könnte auch eine dritte Person eine Rolle spielen, von der wir unsere Partnerschaft unbewusst oder auch bewusst bedroht sehen.

2. Partner*in macht Schluss

64 Prozent der Testpersonen berichteten, geträumt zu haben, dass ihr Lieblingsmensch sie verlässt. Diesem Traum schreiben die Expert*innen überraschenderweise eine positive Bedeutung zu, da er das Gefühl widerspiegeln könne, dass in der Beziehung der nächste Schritt ansteht. Es ist quasi an der Zeit, um die aktuelle Phase zu beenden und die nächste einzuläuten – beispielsweise mithilfe von Hochzeitsglocken oder einer Schwangerschaft.

3. Ein Kind ist auf dem Weg

Apropos Schwangerschaft: Darum dreht sich der dritthäufigste Traum laut dieser Umfrage, den 61 Prozent der Befragten nannten. Auch dieser Traum sei vorwiegend positiv zu verstehen, selbst wenn in Wirklichkeit kein Baby geplant ist und der Gedanke daran Panik auslöst. Das Kind könne als Symbol für neue Ideen oder Projekte gedeutet werden, wobei dem*r Partner*in dabei die Rolle des Unterstützenden, mit auf den Weg Bringenden zukommt. Wenn wir von einem erwarteten Baby träumen, spricht also vieles dafür, dass wir uns sicher und wohl in unserer Beziehung fühlen.

4. Streiten

Auf Platz vier der häufigsten Liebesträume landete in der Befragung mit 59 Prozent das Motiv Streit. Die zu Rate gezogenen Expert*innen sehen darin den Hinweis, dass in uns irgendein Konflikt brodelt oder wir gewisse Gefühle unterdrücken, den wir möglichst austragen bzw. über die wir mit unserem Schatz sprechen sollten.

5. Sex

Sexträume mit ihrem Schatz hatten tatsächlich “nur” 53 Prozent der Befragten, doch worauf das schließen lässt, bleibt offen: Entweder kann es, wenn wir von Sex mit unserer*m Partner*in träumen, laut Expert*innen bedeuten, dass wir Sexfantasien haben, die wir noch nicht offen kommuniziert haben, aber unter Umständen gerne einmal ausleben würden. Außerdem können Sexträume ein Zeichen dafür sein, dass wir unsere bessere Hälfte auch auf einer metaphysischen Ebene begehren. In diesem Fall schreiben die Expert*innen dem Motiv eine bindungsstärkende Wirkung zu.

6. Partner*in stirbt

Den Albtraum, dass die*der Partner*in stirbt, kennen 46 Prozent der Befragten aus eigener Erfahrung. Er sei laut Expert*innen oftmals ein Ausdruck von der Angst – Achtung, Überraschung im Anmarsch – den anderen zu verlieren. Womöglich spielen auch Veränderungen eine Rolle, die wir an unserem Schatz bemerkt haben und die uns Sorge bereiten.

Im Detail lassen sich Träume sicherlich nur deuten, wenn die konkrete Situation und Persönlichkeit des Menschen berücksichtigt wird, der träumt. Doch falls uns einer der genannten Beziehungsträume bekannt vorkommt, haben wir nun zumindest eine Anregung, in welche Richtung wir in uns gehen können.

Source: https://www.brigitte.de

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