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Wenn die eigenen Haare ausfallen, ist die Panik groß. Wir zeigen, wie du Haarausfall stoppen kannst und wie sich das Haarwachstum ankurbeln lässt.

Haarausfall stoppen: Deshalb fallen dir die Haare aus

Wir verlieren etwa 100 Haare am Tag, das ist ganz normal. Bemerkst du allerdings immer mehr Haare auf der Bürste und vielleicht sogar kahle Stellen am Kopf, könnte ein Ungleichgewicht im Körper vorliegen. Dadurch ist das Haarwachstum gestört und das Haar fällt vermehrt aus.

Genetik, eine einseitige Ernährung, Stress, aggressive Haarpflege-Produkte: Für Haarausfall gibt es viele verschiedene Ursachen, die zum Glück gut erforscht sind. Wissenschaftler verstehen heute ziemlich genau, was dabei im Körper abläuft. Und das hat etwas mit dem natürlichen Haarzyklus zu tun.

Haarausfall: Wenn der natürliche Haarzyklus gestört ist

Unser Haar wächst in drei verschiedenen Phasen:

  1. Wachstumsphase (Anagenphase): In der ersten Phase wird die Haarfaser im Haarfollikel gebildet und wird mit der Zeit immer länger und dicker. Normalerweise befinden sich über 85 Prozent deines Haares in der ersten Phase.
  2. Übergangsphase (Katagenphase): Anschließend wird das Haar in der Übergangsphase umgebaut. Das Haarwachstum kommt zum Erliegen, die Haarfollikel schrumpfen und verhornen zum Schluss. Das betrifft etwa drei bis fünf Prozent deiner Mähne.
  3. Ausfallphase (Telogenphase): Nun folgt noch die letzte Phase, in der das Haar ausfällt. Zwischen zehn und 15 Prozent deiner Haare befinden sich in der Ausfallphase.

Bei verstärktem Haarausfall sind diese Abläufe gestört. Es befinden sich weniger Haare in der Wachstumsphase und zu viele in der Übergangs- und Ausfallphase. Und genau deshalb entdecken wir auch plötzlich so viele ausgefallene Haare in der Dusche oder auf der Kleidung.

Zum Glück müssen wir uns aber nicht damit abfinden. Haarausfall kann behandelt werden! Oft helfen schon ein paar Maßnahmen weiter, die du schon von Zuhause aus durchführen kannst, um das Haarwachstum anregen zu können. Probiere doch mal folgende Strategien aus – sie können Haarausfall stoppen.

1. Ginseng

Dichteres, volles Haar durch reine Pflanzenkraft? Das ist tatsächlich möglich, wenn du dich für die Einnahme von natürlichen Ginseng-Exrakten entscheidest. Innerhalb einer Studie aus dem Jahr 2018 ermittelten Forscher, dass die Haare durch die Heilpflanze zum Wachsen angeregt werden. Im Experimente stellte sich heraus, dass Ginseng-Extrakte die Ausfallphase der Haarfaser hemmen. Dadurch bleibt mehr Haar auf dem Kopf, die Mähne fühlt sich kräftiger an und erhält mehr Volumen.

In Ginseng sind sogenannte Ginsenoside enthalten, die den Körper vor Krankheiten schützen, den Zellstoffwechsel anregen und ein hormonelles Ungleichgewicht ausbalancieren sollen. Genau deshalb sind die Extrakte der Heilpflanze auch so wirksam bei Haarausfall. Mittlerweile wird Ginseng in vielen Shampoos und Conditionern zugesetzt – die äußerliche Anwendung ist allerdings noch umstritten.

2. Koffein-Shampoos gegen Haarausfall

Vielleicht hast du sie auch schon in den Drogerie-Regalen entdeckt: Koffein-Shampoos, die Haarausfall stoppen sollten. Ist in den Produkten ein hoher Anteil an Koffein enthalten, können diese Beauty-Helfer tatsächlich dazu beitragen, den Haarausfall zu bremsen. Das erkennst du daran, dass der Begriff “Caffeine” sehr weit vorne in der Inhaltsstoffe-Liste auftaucht.

Koffein soll die Anzahl an Haarfollikeln erhöhen und verlängert außerdem die natürliche Wachstumsphase der Haarfaser. Dadurch kannst du das Haarwachstum beschleunigen und die Haarfaser fällt später aus. Ein Koffein-Shampoo kann allerdings nur richtig wirken, wenn du es zwei bis drei Minuten im Haar einwirken lässt. Das Koffein braucht Zeit, um in die Haarfollikel eindringen zu können. Alternativ (oder zusätzlich) kannst du dich auch für eine Koffein-Tinktur entscheiden, welche in die Kopfhaut einmassiert wird.

Pluspunkt: Koffein soll nicht nur das Haarwachstum fördern – du kannst dadurch auch dickere Haare bekommen.

3. Microneedling

Der Beauty-Technik Microneedling wird eigentlich hauptsächlich im Gesicht angewendet. Dafür fährt man mit einem sogenannten Microneedling-Roller, auch Dermaroller genannt, über die Haut. Der Clou: Am Roller sind etliche feine Nadeln befestigt, welche die oberste Hautschicht stimulieren und dadurch die Zellerneuerung anregen. Das mindert Falten und Unreinheiten.

Microneedling soll aber auch Wunder bei Haarausfall bewirken, wenn der Dermaroller sanft über die Kopfhaut gerollt wird. Das regt die Haarfollikel an, wodurch die Wachstumsfaser der Haare verlängert wird. Und dadurch fallen dann weniger Haare aus.

Und keine Sorge: Nadeln klingt zwar erstmal schmerzhaft. Aber tatsächlich sind sie so klein und dünn, dass du bei der Behandlung höchstens ein kleines Piksen empfinden wirst.

4. Haarausfall stoppen durch eine mediterrane Ernährung

Ran an Olivenöl, Gemüse und Fisch: Laut einer Studie soll eine mediterrane Ernährungsweise Haarausfall verhindern. Vor allem, wenn dieser erblich bedingt ist. Der Grund: Die Ernährungsart enthält jede Menge wichtige Vitamine für die Haare, unter anderem Vitamin E und A. Dadurch wachsen Haare schneller und kräftiger nach.

20 Lebensmittel für schöne Hau… Beauty-Food (1122995)

5. Kopfhaut-Massagen

Eine gute Kopfhaut-Pflege ist das A und O für jeden, der Haarausfall stoppen will. In der Kopfhaut sitzen schließlich die Haarfollikel, in denen sich das Wachstum der Haare abspielt. Schenke deiner Kopfhaut deshalb etwas mehr Aufmerksamkeit, wenn du dein Haarwachstum ankurbeln möchtest.

Eine Studie aus dem Jahr 2016 belegte, dass schon eine vierminütige Kopfhaut-Massage ausreicht, um Haarausfall vorzubeugen und die Haare schneller nachwachsen zu lassen.

6. Zwiebelsaft anwenden

Zugegeben, der folgende Tipp ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber tatsächlich wissenschaftlich bewiesen. Experten konnten im Jahr 2014 nachweisen, dass frischer Zwiebelsaft Haarausfall effektiv reduzieren kann. Bei den TeilnehmerInnen wuchsen nach der Anwendung vermehrt Haare an kahlen Stellen der Kopfhaut.

Also: Mutig sein, eine Zwiebel pürieren, auf ein Siebtuch geben und die Flüssigkeit abfangen. Wer schön sein will, muss den Zwiebelgeruch in Kauf nehmen (der zum Glück nach dem Haarewaschen verfliegt)!

7. Haarausfall stoppen durch Kokosöl

Nicht ohne Grund gilt Kokosöl als echter Beauty-Allrounder. Das hochwertige Pflanzenfett aus der Kokosnuss soll rissige Haut pflegen, lange Wimpern zaubern und jetzt auch noch gegen Haarausfall helfen. Letzteres konnten Forscher durch eine Studie belegen, bei der das Öl auf die Kopfhaut einmassiert wurde. Kokosöl soll vor allem bei Haarausfall helfen, der durch UV-Strahlung oder falsche Haarpflegeprodukte aufgetreten ist.

Tipp: Trage Kokosöl auch auf die Haarlängen auf – die perfekte natürliche Haarkur! Durch die essentiellen Fettsäuren werden Längen und Spitzen optimal gepflegt und neigen weniger zu Haarbruch.

8. Die LLLT-Methode gegen Haarausfall

Noch etwas unbekannt, aber effektiv, ist die LLLT-Methode. Das ist die Kurzform vom englischen Begriff “Low-Level-Laser Therapy”. Der Name ist hier Programm: Bei der Behandlung wird rotes Laserlicht auf die Kopfhaut abgestrahlt. Keine Sorge, diese Art von Laser tut überhaupt nicht weh. Du wirst lediglich ein leichtes Wärmegefühl oder Kribbeln fühlen können.

Das Laserlicht soll die Nährstoffaufnahme der Haarwurzel verbessern. Dadurch kann das Haar kräftiger, schneller und dichter nachwachsen. Außerdem praktisch: Dünnes Haar soll durch die LLLT-Methode dicker werden. Behandlungen werden mittlerweile bei einigen Kosmetik-Studios und Hautärzten angeboten.

Haarausfall stoppen und dichtere Haare bekommen – dabei können die vorgestellten Tipps helfen. In schweren Fällen solltest du dich aber nicht davor scheuen, den Doktor aufzusuchen. Manchmal sind spezielle Medikamente notwendig, um extremen Haarausfall in den Griff zu bekommen.

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Source: https://www.brigitte.de

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