aufräumen

Was für unseren Kleiderschrank gilt, trifft auch auf unsere Seele zu: Wenn wir nicht regelmäßig Klarschiff machen, sammelt sich jede Menge Müll an. Um nur sechs Beispiele zu nennen …

Viele Menschen haben in der Coronakrise das große Ausmisten angefangen. Schränke, Schubladen und sogar ganze Räume – endlich mal das ganze Chaos beseitigen, das sich über die Jahre des ständigen Beschäftigtseins angesammelt hat. 

Ähnlich wie Schränke und Schubladen mit der Zeit zumüllen, kann aber auch unsere Psyche ganz schön in Unordnung geraten, wenn wir nicht hin und wieder mal in uns gehen und aufräumen (schließlich sagt man nicht umsonst, die Wohnung sei ein Spiegelbild der Seele …). Zum Teil häufen sich dort unverarbeitete Gefühle, zum Teil Gewohnheiten, die in einer bestimmten Phase vielleicht sinnvoll oder naheliegend waren, uns langfristig aber eher schaden und von uns selbst entfremden.

Deshalb plädieren wir dafür: Allerspätestens wenn die Schränke clean sind, ist die Seele dran! Und zwar unabhängig davon, ob wir wegen einer Pandemie zu Hause sitzen oder nicht – denn die Seele können wir immer und überall aufräumen. Von welchen Gewohnheiten wir sie auf jeden Fall befreien sollten? Wir haben sechs Vorschläge … 

Seele aufräumen: 6 Gewohnheiten, die du getrost aussortieren kannst

1. Dinge auf später verschieben

Egal ob es um etwas geht, auf das du Lust hast, oder um etwas, das dich belastet: Warte damit nicht, bis es “passt”, sondern sieh zu, dass du es so schnell wie möglich machen kannst – aus viel zu vielen “Irgendwanns” wird irgendwann ein “Nie” …

2. (Gegen dich selbst) Kämpfen

Den inneren Schweinehund besiegen, sich disziplinieren, zusammenreißen, stark sein – warum sind wir eigentlich ständig im Kampfmodus? Wir verbringen so viel Zeit damit, mit anderen zu konkurrieren oder gegen uns selbst zu kämpfen, dass Lebenslust und Freude dabei oft in den Hintergrund gedrängt werden. Dabei sollte es genau umgekehrt sein. 

3. Alles kontrollieren wollen

Je mehr wir kontrollieren können, umso sicherer fühlen wir uns. Mit Kontrolle verbinden wir Macht, Stärke, Unabhängigkeit und Freiheit. Kleines Problem: In Wahrheit können wir alle sehr wenig kontrollieren. Unsere Gesundheit, Beziehungen, wirtschaftliche Situation – all das liegt nur in begrenztem Maße in unserer Hand und kann sich theoretisch jederzeit unserem Einfluss komplett entziehen. Wir sind abhängig von unseren Mitmenschen, dem System, in dem wir leben, dem Schicksal und wir müssen ständig Entscheidungen treffen, ohne alle Parameter zu kennen. Doch erstens ist das völlig okay und zweitens bedeutet es auf keinen Fall, dass wir unfrei sind – mit der richtigen Einstellung kann uns die Erkenntnis, nicht alles kontrollieren zu können (und müssen!), sogar entlasten. Und unsere Einstellung können wir garantiert kontrollieren.

4. Immer funktionieren

Wir neigen dazu, immer funktionieren, weitermachen und vorankommen zu wollen, egal in welcher Krise wir uns gerade auch befinden. Aber warum eigentlich? Sind wir Menschen oder Maschinen? Später erinnern wir uns an die Momente, in denen wir etwas gefühlt haben – nicht an die, in denen wir funktionierten. 

5. Dich schuldig fühlen, wenn es dir “unverdient” gut geht

Newsflash: Du musst dir nicht immer alles verdienen. Weder das Stück Käsekuchen zum Nachtisch noch die Tatsache, dass es dir gut geht. Das Leben ist ein Geschenk, das sich niemand verdient hat, der es bekommt. Die einen kriegen eben eine Luxusvariante, andere eine Version mit Stolpersteinen und Challenges. Ob man das nun fair findet oder nicht: Dadurch, dass sich die mit der Luxusvariante schuldig fühlen, wird der Hindernisparcours für die anderen auch nicht leichter.

6. Die Welt in Gut und Schlecht einteilen

Körperformen, Lebensstile, Meinungen – wir neigen dazu, alles zu beurteilen und irgendwo auf einer Skala zwischen Gut und Schlecht einzuordnen. Deshalb vergleichen wir uns auch oft mit anderen Menschen, um herauszufinden, wo wir stehen und was wir tun können, um uns zu “verbessern”. Doch so gerne wir die Dinge vereinfachen: In Wahrheit ist die Welt viel zu komplex, um sie auf einer Skala abzubilden. Menschen sind unvergleichlich, jede Meinung hat einen Hintergrund und Lebensstile müssen unterschiedlich sein – und “Gut” und “Schlecht” sind willkürliche, stark von der Gesellschaft geprägte Kategorien. Statt zu urteilen und einzuordnen, können wir lieber mal probieren, die Welt auf unsere Weise wahrzunehmen. Aber wie schon der Psychologe Carl Gustav Jung sagte: “Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.”

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