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Eine Partnerschaft ist eine Garantie für Sex? Schön wär’s! Viele Paare schlafen eher neben- statt miteinander, ohne wirklich zu wissen, warum. Die häufigsten Gründe für sexuelle Durststrecken in der Beziehung …

Sex macht glücklich, gesund, erfolgreich, stärkt Bindung und Intimität in der Partnerschaft und ist dem Fortschritt in unseren Köpfen sei Dank längst nichts mehr, über das man nicht spricht oder für das man sich schämt.

Im Grunde genommen gibt’s mittlerweile in Bezug auf Sex fast nur noch ein Tabu: Keinen zu haben. Besonders, wenn man in einer Beziehung steckt. (Natürlich kann man genauso gut als als Single ein erfülltes Sexleben haben, aber das nur am Rande). Tja, und genau das ist jetzt irgendwie blöd. Viele Paare erleben nämlich früher oder später eine sexuelle Durststrecke in ihrer Partnerschaft und denken dann, sie sind damit allein oder machen etwas “falsch”.

Doch wie z. B. Sex-Therapeutin Shannon Chavez gegenüber der “HuffingtonPost” sagte, sei es sogar eher die Regel als die Ausnahme, dass das Sexleben in Partnerschaften mit der Zeit einschläft. Nicht, weil im Alter automatisch die Lust nachlässt – viele Menschen haben Lust auf Sex, solange sie leben. Auch nicht, weil sie sich nicht mehr lieben oder schlecht zusammenpassen. Oft liegen die Gründe für eine Sexflaute einfach nur in festgefahrenen Gewohnheiten oder Alltagsstrukturen und ließen sich relativ leicht beheben, wäre man sich ihrer bewusst. Daher haben wir die häufigsten hier für euch zusammengestellt – just in case …

8 häufige Gründe, warum Paare keinen Sex (mehr) haben

1. Stress

Job, Kinder, Haushalt – neben den Herausforderungen des Lebens wird Sex für viele Paare im Alltag zur Nebensache. Anfangs schieben sie ihn vielleicht hier und da noch dazwischen, wenn’s passt. Doch mit der Zeit wird das irgendwie anstrengend und der Anreiz zu gering (weil natürlich liebloser Sex aus Pflichtgefühl nicht sooo geil ist). Entgehen könnte man der stressbedingten Sexlosigkeit z. B., indem man von Anfang an gezielt Zeit für Sex einplant und diese noch dazu bewusst nutzt, um Stress zu reduzieren und abzubauen.

2. Psychische Probleme

Ängste, Depressionen, traumatische Erlebnisse – psychischer Ballast lässt sich im Beziehungsalltag vielleicht bewältigen. Doch aufs Sexleben wirkt er sich in der Regel mit voller Wucht aus. Wenn einer der Partner mit einer seelischen Störung zu tun hat, helfen zwar keine Sex-Tipps – aber eine Therapie!

3. Zu wenig Kommunikation

Muss man wirklich immer über alles reden? Nö! Aber über Sex am besten schon, jedenfalls mit dem Partner. Wenn sich Paare nicht offen und ehrlich über ihre sexuellen Bedürfnisse und Vorlieben austauschen können, leidet darunter häufig die Harmonie im Bett (mindestens für eine Person) und die Lust geht verloren.

4. Mangelnde Selbstliebe

Wer sich selbst nicht gerne hat und z. B. mit dem eigenen Körper unzufrieden ist, hat meist auch Probleme, sich beim Sex fallenzulassen und voll und ganz hinzugeben. Das hemmt den Genuss, killt die Lust und nimmt dem Geschlechtsverkehr damit letztlich einen Großteil seines Sinns. Immerhin: Selbstliebe lernen hilft in jeder Lebenslage – nicht nur in der waagerechten …

5. Unterschiedliche Bedürfnisse

Kommt auch oft vor: Die Partner haben so unterschiedliche sexuelle Vorlieben und Fantasien, dass Kompromisse im Bett meist eher beide frustrieren als befriedigen. Da hilft nur eines: Abwechseln, wer den Ton angibt …

6. Unrealistische Erwartungen

Nicht, dass wir hier schlechte Stimmung machen wollen – aber die Mainstream-Porno-Industrie hat im Hinblick auf echte Sexbeziehungen ganz schönen Schaden angerichtet. Es haben nun mal nicht alle Frauen pralle Brüste und ständig Lust, sich einen Penis in den Mund zu stecken. Und der Durchschnittsmann kommt manchmal zu schnell und hat selten ein Stehvermögen wie der Sex-Gott im Porno. Doch krieg die überzogenen Erwartungen erstmal raus aus den Tiefen der menschlichen Hirnwindungen, in die sie sich im Laufe der pubertären Selbstaufklärung eingenistet haben …

7. Beziehungsprobleme

In Serien und Filmen funktioniert das immer so super, dass sich ein Paar mit heißem Sex verträgt und einen Konflikt beilegt – doch im echten Leben geht das nur selten. In Wahrheit müssen die meisten Beziehungskrisen bewältigt werden, damit es im Bett wieder läuft. Naja, dann weiß man immerhin, wofür man sich den Problemen stellt.

8. Eintönigkeit

Wie geht noch das alte Lied? Ach ja, so: Alles, woran wir uns gewöhnen, verliert dadurch seine Besonderheit und wird mit der Zeit selbstverständlich, man könnte auch sagen, langweilig. Und was langweilig ist, verliert seinen Reiz. Genau deshalb sind Experimentierfreude und Abwechslung im Bett so wichtig.

Videotipp: Das sind die besten Sexstellungen für müde Menschen

Source: https://www.brigitte.de

Viele Frauen berichten davon, dass sie einige Tage vor dem Einsetzen ihrer Periode an Albträumen leiden. Warum das so ist, haben Forscher ergründet.

Gerade hast du noch friedlich geschlummert, dann wandelt sich dein schöner Traum plötzlich in eine Albtraumszenerie und du wachst schweißgebadet auf. Am nächsten Tag schaust du auf den Kalender – und plötzlich ist dir klar, warum du derzeit ständig von Albträumen geplagt wirst. Deine Periode steht an! Tatsächlich erzählen auf Nachfrage viele Frauen, dass sie in den Tagen vor den Tagen nicht nur am lästigen PMS leiden, sondern auch vermehrt schlecht träumen. Aber woran liegt das?

Einmal träumen, bitte!

Tatsächlich hat die Wissenschaft eine plausible Erklärung für diese Frage. Um herauszufinden, warum Albträume durch die Periode entstehen, sollte man einen Blick auf die verschiedenen Schlafphasen warfen. Genauer: Auf die REM-Phase (“Rapid Eye Movement”), denn das ist die Phase, in der wir träumen. Dabei rollen unsere Augen unter den Lidern hin und her und unser Blutdruck ist erhöht. Wer etwa acht Stunden schläft, befindet sich ungefähr zwei Stunden davon in der REM-Phase. Wachen wir währenddessen auf, können wir uns am ehesten daran erinnern, was wir geträumt haben.

Alles eine Frage der Hormone

Dr. Irshaad Ebrahim vom London Sleep Center sagte dazu gegenüber dem Online-Magazin Broadly: “In der Woche, bevor die Periode beginnt, hat frau weniger REM-Schlaf, weil das Progesteronlevel erhöht ist”. Wir träumen während der Periode insgesamt weniger, wachen aber häufiger aufgrund der hormonellen Veränderungen im Körper auf – und erinnern uns auch eher an unsere Träume.

Gynäkologin und Buchautorin Dr. Christiane Northrup geht außerdem davon aus, dass die körperlichen Veränderungen, die der monatliche Zyklus mit sich bringt, ebenfalls Bestandteil unserer Träume sein können. Laut der Gynäkologin berichten viele Frauen beispielsweise von wiederkehrenden Träumen, in denen etwas zerbricht oder kaputt geht. Das könnte darauf hindeuten, dass die Gebärmutterschleimhaut vom Körper abgestoßen wird (also quasi “zerbricht” oder “kaputt geht”) und mit etwas Menstruationsblut ausgeschieden wird.

Und was mache ich jetzt?

Wer mehrere Nächte hintereinander schlecht träumt, fühlt sich oft zermürbt. Aber ganz ausgeliefert sind wir unseren Träumen zum Glück nicht! Wenn uns auffällt, dass unsere Albträume durch die Periode beziehungsweise das Hormonchaos unseres Körpers ausgelöst werden, können wir folgende Methoden testen, um sie zu verscheuchen:

  • Darüber reden: Klingt banal, hilft aber tatsächlich. Schlechte Träume verlieren oft schon etwas von ihrem Schrecken, wenn wir anderen davon erzählen.
  • Selbsthilfe: Dabei geht es darum, selbst eine Bewältigungsstrategie für den Albtraum zu finden. Zuerst solltest du den Traum so detailgetreu wie möglich aufschreiben und dich damit auseinandersetzen. Dann überlegst du dir, wie du den Traum umgestalten könntest, damit er weniger Angst verursacht. Wirst du beispielsweise im Albtraum verfolgt, kannst du dir vorstellen, wie du dem Verfolger entgegentrittst und ihn zur Rede stellst. Das stellst du dir jetzt über mindestens zwei Wochen immer wieder täglich für fünf bis zehn Minuten genau vor.
  • Kognitive Verhaltenstherapie: Kommst du allein nicht weiter, kannst du auch die Hilfe eines Psychotherapeuten in Anspruch nehmen und gemeinsam mit ihm nach möglichen Bewältigungsstrategien suchen. Auch diese werden dann in sogenannten Imaginationsübungen trainiert.
  • Luzides Träumen: Auch als “Klarträumen” bekannt. Dabei weiß der Betroffene, dass er träumt und kann den Traum dadurch zu seinen Gunsten beeinflussen. Die meisten Menschen haben irgendwann einmal einen Klartraum, um aber immer wieder Träume verändern zu können, ist ausdauerndes Training nötig. Dazu stellst du dir jeden Tag etwa zehnmal die Frage, ob du gerade träumst oder wach bist. Es kann allerdings mehrere Monate dauern, bis man sich diese Frage dann automatisch auch im Traum stellen und ihn so beeinflussen kann.

Du hast noch mehr Fragen rund um die Periode? Hier erfährst du, was eine Schmierblutung statt Periode bedeutet, wofür starke Unterleibsschmerzen stehen, was eine starke Regelblutung aussagt und welche Ursachen Menstruationsbeschwerden haben können.

Du willst dich mit anderen über Gesundheitsthemen austauschen? Dann schau doch mal in unsere BRIGITTE Community!

Source: New feed

Vor dem ersten Sex macht man sich unglaublich viele Gedanken – jetzt haben Frauen gesammelt, was sie gerne vor ihren ersten sexuellen Erfahrungen gewusst hätten.

Nachher ist man immer schlauer. Aber zum Glück gibt es ja einige Erfahrungen, die wir alle im Laufe des Lebens machen – und von denen wir einander berichten können.

In Foren wie “Reddit” und Gruppen in sozialen Netzwerken passiert regelmäßig genau das: Menschen tauschen sich aus, haken nach, öffnen sich und helfen einander bestenfalls sogar damit. Diesmal geht es um das berühmt-berüchtigte erste Mal.

Mal ehrlich: Wie oft hast du schon auf dein bisheriges Sexleben zurückgeschaut, mal wehmütig, mehrfach stirnrunzelnd und dich stillheimlich gefragt, was du da eigentlich gemacht hast? Schließlich war jeder Mensch mal ganz unerfahren und der ganze Körper-Ineinander-Verschmelzen-Krams uns völlig neu.

Glücklicherweise lernen wir ja mit jeder Erfahrung dazu. Und werden nicht nur mit jedem Sex (und der kann auch mit demselben Partner sein), sondern auch mit jedem Lebensjahr schlauer. Heute denken wir uns, dass wir uns manchen schlechten Sex oder manche Gedankenspirale der Unsicherheit auch hätten sparen können. Wie schön, dass es das Internet gibt: Denn hier können wir jetzt nachlesen, was andere Frauen gerne vor ihren ersten sexuellen Erfahrungen gewusst hätten.

Frauen verraten, was sie vor dem ersten Sex gerne gewusst hätten

Starten wir mit den praktischen Dingen …

“Dass ich nach dem Sex pinkeln sollte. Jungfrauen: Geht danach auf Klo, damit ihr keine Blasenentzündung bekommt.”

… und stellen dann erstmal klar, dass hier absolut niemand kaputt ist:

“Du kommst als Frau nicht automatisch. Und du bist deswegen auch nicht kaputt. Viele Frauen haben Probleme damit, zum Orgasmus zu kommen. Selbstbefriedigung hilft.”

Sex und Liebe gehen nicht immer Hand in Hand

“Nicht jeder Partner wird etwas Besonderes für dich sein. Manche sind großartig, manche nicht. Liebe und Sex geht nicht zwingend Hand in Hand. Aber jemanden zu finden, den du liebst und mit dem du zusammen bist, ist mir das Liebste!”

Die Kunst der Selbstliebe

“Ich wusste nicht, wie man masturbierte. Ich wusste nicht, wie sich dieser unfassbare weibliche Orgasmus anfühlt. Ich hasste den Gedanken an Oralsex. (…) Ich wusste nicht, wie attraktiv ich bin. Ich dachte, Männer würden nur dünne Frauen gut finden. Ich fand meinen Schambereich hässlich im Vergleich zu Pornostars. Ein Mann hat diese Glaubenssätze zerschmettert. Aber vielleicht wäre es so viel großartiger gewesen, wenn ich Selbstliebe gelernt hätte, bevor ich sexuell aktiv wurde.”

“Ich wünschte, jemand hätte mir die Kunst der Selbstbefriedigung beigebracht.”

Wir hätten da übrigens Inspiration 😉Machs dir selbst! Selbstbefriedigungs-Hacks von Paula Lambert

Und ganz, ganz, ganz wichtig:

“Es ist in Ordnung, Nein zu sagen, es ist okay, deine Meinung zu ändern, jederzeit. Und wer dir etwas anderes sagt, kann sich (buchstäblich) selbst f*****. Respektiere deine Grenzen.”

“Dein Selbstwert wird nicht von deiner Vagina bestimmt. Deine Sexualität und Bedürfnisse werden von dir definiert, nicht andersherum. Du hast das Kommando über deinen Körper. Wenn du dich unwohl fühlst, ist es okay, aufzuhören. Gefühle können verletzt werden, aber du wirst so viel lernen. Kommunikation hilft.”

Wo wir gerade beim Thema Kommunikation wären …

“Sprich mit dem Menschen, mit dem du schläfst. Schäme dich nicht dafür, zu sagen, wenn dir etwas gefällt oder nicht, was sie tun.”

Da bleiben eigentlich nur noch 2 Dinge zu sagen:

“Entspann dich. Genieß es.”

Und:

“Benutze ein Kondom!”

Achja, und falls das erste Mal kein Feuerwerk war …

“Es wird besser. Manchmal beginnt die wahre Magie erst nach der zweiten Runde …”

verwendete Quellen: Reddit, Miss Malini, Facebook

Source: https://www.brigitte.de

die-familie-vegetarisch-ernaehren-ich-habe-das-experiment-gewagt

Sie rechnete mit Empörung, Protest und Hungerstreik. Doch als die Schriftstellerin Alexa Hennig von Lange eine Woche lang für ihre Familie vegetarisch und nur mit saisonalen und regionalen Produkten kochte, um den Klimaschutz in der Küche zu erproben, erlebte sie eine Überraschung.

Ich plane einen Selbstversuch. Eine Woche lang werde ich ausschließlich mit regionalem und saisonalem Gemüse kochen. Und das im Vorfrühling. Die Zutaten sind logischerweise begrenzt: Kohl, Kartoffeln und Wurzelgemüse, wie soll ich daraus bitte mehrere Tage hintereinander köstliches Essen machen? Ich bin jetzt schon am Limit mit meinem Einfallsreichtum. Ich arbeite. Ich habe drei kleine und zwei große Kinder. Ich habe einen Mann.

Mein Leben ist in lauter Zeitfenster eingeteilt, in denen möglichst alles reibungslos klappen sollte. Da ist es na­tür­lich hilfreich, dass ich seit Jahren die immer gleichen fünf Gerichte koche, die in einer halben Stunde fertig sind und allen schmecken: Nudeln mit Pesto. Milchreis. Kartoffelbrei, Tiefkühlerbsen mit Fischstäbchen. Pfann­kuchen mit Apfelmus oder Hühnerfrikassee mit Champignons. Die Handgriffe beherrsche ich, so kann ich nebenbei noch Hausaufgaben betreuen, mir Geschichten aus der Schule und dem Kindergarten anhören oder mit meiner Mutter telefonieren.

Diesbezüglich ist mein Selbstversuch also ein echtes Wagnis. Ich befürchte, dass außer meinem Mann und mir niemand meine Gemüsekreationen essen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Kinder scharf auf Sellerie oder Rote Bete sind. Bisher gab es für sie das typische Rohkost-Angebot: Gurke, Paprika, Kirschtomaten. Damit ist es künftig vorbei. Diese drei sind zu dieser Jahreszeit richtige Klimakiller. Von meinen geliebten Avocados will ich gar nicht erst anfangen.

Ich befürchte, dass außer meinem Mann und mir niemand meine Gemüsekreation essen wird.

Ich habe die Sache mit meinem Mann durchgesprochen. Dass jetzt harte Zeiten anbrechen werden. Dass es von Montag bis Sonntag vermutlich nur fades Essen und schlechte Stimmung geben wird, weil ich überhaupt keine Ahnung habe, was ich aus der schmalen Auswahl zubereiten kann. Aber mein Mann freut sich drauf. Endlich mal wieder Risiko! Obwohl ich bei uns für das Kochen zuständig bin, kommt er gleich mit ein paar vegetarischen Kochbüchern an, die wir vor Jahren von Freunden bekommen haben. Toll, wirklich. Die Food-Bilder sehen fantastisch aus. Zum Sofort-Nachkochen – wären wir in Rente und hätten Zeit im Überfluss. Außerdem bestehen die Gerichte aus exotischen Zutaten, die weder saisonal noch regional sind. Wildreis in Auberginen-Hälften. Pomelo-Mango-Salat mit Koriandergrün. Ich besorge mir in einer Buchhandlung ein Kochbuch, das mir machbar erscheint: „Vegan. Saisonal. Regional. Einfache Rezepte für jeden Tag“.

Für den ersten Tag sind Kartoffel­ecken mit panierten Sellerieschnitzeln geplant. Unser täglicher Einkauf im Bioladen gestaltet sich gleich viel unkomplizierter als sonst. Anstatt mich zu fragen, ob ich tatsächlich nochmal Hühnerfrikassee mit Tiefkühlerbsen anbieten kann, packe ich einfach einen Sack Kartoffeln in den Wagen, eine Sellerieknolle, Dinkelpaniermehl, Eier und eine hübsch designte Dose Brathühnchen-Gewürzmischung, mit der ich die Kartoffelecken würzen werde.

An der Kasse freuen mein Mann und ich uns, wie schnell wir durch den Laden gekommen sind, ohne dieses ungute Gefühl, dass die Kinder sagen werden: „Schon wieder Hühnerfrikassee?“ Außerdem ist das regionale Gemüse viel günstiger als das Biofleisch, das wir sonst gekauft hätten. Tiefkühlerbsen sollen ja auch nicht ganz klimaneutral sein. Die Folienverpackung ist ohnehin heikel.

Auch vor meinem Selbstversuch habe ich mich mit der Öko-Thematik beschäftigt. Meine Geschwister und ich wurden sehr umweltbewusst erzogen. Unsere Eltern hatten einen großen Gemüsegarten, es wurde auf dem Markt eingekauft, wenig Fleisch gegessen und in jedem Zimmer das Licht ausgeschaltet, wenn niemand darin war, ganz zu schweigen vom Heizkostensparen. Wir Geschwister haben unterschiedlich darauf reagiert. Mit übermäßigem Fernsehkonsum, Shopping-­Lust, Fertignahrung oder schlicht mit Unverständnis. Als Jugendliche fanden wir diesen Öko-Fimmel übertrieben. Es war doch von allem genug da.

Als Mutter habe ich versucht, den goldenen Mittelweg zu finden zwischen modernem Konsumverhalten und Bioprodukten. Inzwischen sorgt die alltägliche Gehetztheit dafür, dass ich großzügiger mit meinen Vorsätzen geworden bin, also auch mal im Bioladen eine Fertigpizza gekauft habe – doch mit einem zunehmend unangenehmen Gefühl. Nur habe ich den Entschluss, mich wirklich ressourcenschonend zu verhalten, immer weiter in die Zukunft verschoben. Ich habe mir gesagt: „Das mache ich, wenn ich wieder mehr Zeit habe.“ Doch wann bitte soll das sein?

Jetzt. An diesem Spätnachmittag. An dem ich in der Küche stehe, während mein Mann mit den Kindern ein Bild an die Wand nagelt, für unseren Sohn irgendwelche Unterlagen einscannt und noch ans Telefon geht, als die Zahnarzthelferin anruft und fragt, warum ich heute nicht zum Kontrolltermin erschienen bin.

Ich wasche die Kartoffeln. Wie immer in Eile, mit dieser flachen Atmung, als würde die mir helfen, irgendwie schneller mit dem saisonalen und regionalen Gemüse fertig zu werden. Dabei müsste ich mich überhaupt nicht so stressen. Denn eigentlich ist nicht mehr viel zu tun. Nur den Ofen anstellen, die ungeschälten Kartoffeln achteln, die Sellerieknolle in ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden, im Salzwasser zwei Minuten kochen. Die Kartoffeln in der Öl-Brathähnchen-Würzmischung schwenken und in den Ofen schieben. Anschließend die Selleriescheiben panieren und braten. Schon ist das regionale Essen ohne Fleisch fertig. Dazu gibt es noch einen schönen Kräuterquark mit Gewürzgurken. Als ich die Kartoffeln aus dem Ofen hole, ist mein 17-jähriger Sohn bereits vorbeige­kommen und hat anerkennend gefragt: „Was riecht denn hier so geil?“ Meine vierjährige Tochter wollte wissen: „Wann ist das Essen fertig?“ Und mein achtjähriger Sohn hat freiwillig den Tisch gedeckt und gesagt: „Toll, dass du mal was kochst, Mama.“

Ich habe meinen Mann mit ganz leerem Blick angeguckt. Ich dachte: „Hä? Ich koche doch jeden Abend? Und meistens erfülle ich auch noch Sonderwünsche! Wieso zählt das nicht?“ Mein Sohn: „Ich meine ja nur, es riecht so anders.“ Tja, was so ein Geflügel-Gewürz ohne Geflügel alles ausrichten kann. Das Kochen war sowieso viel unkomplizierter, als ich dachte. Bei vegetarischem Essen glaubt man ja automatisch, dass es entweder lasch schmeckt oder man so abgedrehte Superfood-Sachen kochen muss, die man sich aus fünfzig verschiedenen Läden zusammensuchen darf.

Stimmt aber nicht. Meine Bilanz nach dem ersten Tag: Die Kinder haben sehr viele Kartoffelecken mit Quark gegessen und gefragt, ob es die morgen wieder gibt. Unserem großen Sohn waren die Gemüseschnitzel doch zu „strange“ – meinen Mann und mich hat’s gefreut: So blieben mehr davon für uns. Zum Schluss – es ist wirklich wahr – hat meine sechsjährige Tochter mich umarmt und gemeint: „Mama, das war das beste Essen in meinem Leben!“

Mama, das war das beste Essen in meinem Leben!

Am nächsten Tag will ich wieder ein Gericht aus meinem neuen Kochbuch servieren: über Nacht eingeweichte Graupen mit Chinakohl. Dazu weich gekochte weiße Trockenbohnen und bereits im Sommer hergestellte Tomatensoße. Okay. Das Rezept können wir direkt knicken. Weder habe ich im Sommer Tomaten eingekocht, noch habe ich Graupen über Nacht eingeweicht.

Also entscheide ich mich, ganz eigenständig etwas aus dem Gemüse zu kreieren, das im Bioladen angeboten wird. Für uns soll es heute Goldrübchen mit Kartoffelgratin geben. Gold­rübchen kenne ich noch nicht. Aber ich finde, der Name klingt vielversprechend. Sie sehen leicht vertrocknet aus, also nehme ich an, sie sind regional. Als ich zu Hause nach dem Kartoffelgratin-Rezept in einem meiner ältesten Kochbücher suche, nämlich in dem von Wolfram Siebeck, nach dem mein Vater in den Achtzigern gern gekocht hat, fällt mir auf, dass es darin eine ganze Reihe saisonaler und regionaler Rezepte gibt. Nur sind sie nicht also solche gekennzeichnet. Offenbar war es damals total normal, nicht ausschließlich mit Produkten aus Übersee zu kochen. Unser Anspruch, ständig Paprika und Avocado zu kriegen, ist offenbar noch relativ neu. Ich blättere durchs Buch und erkenne viele Gerichte wieder. Mit einem Mal bin ich zurück in der Küche meiner Eltern, stehe neben meinem Vater am Herd. Ich helfe ihm, die Kartoffeln zu schneiden. Wir holen uns die selbst angebauten Kräuter von der Fensterbank. Ich glaube, dass mein Selbstversuch gar nicht so eine abgedrehte Sache ist. Sondern eigentlich etwas ganz Ursprüngliches, das wir in den letzten Jahrzehnten vergessen haben.

Und nun duftet es in meiner Berliner Küche so wie bei uns früher im Einfamilienhaus in Niedersachsen! Als Sellerie und Pastinaken noch nicht fremdartig waren. Meine Eltern haben uns damals gezeigt, was normal und passend ist für die Welt, auf der wir leben. Nur habe ich das noch nicht so verstanden.

Die in Butter geschwenkten Gold­rübchen mit Gratin kommen sehr gut an. Morgen werde ich noch ein Gericht von Wolfram Siebeck kochen: eine gedünstete Sellerieknolle mit feinem Rosenkohlmus und geschmorten Möhrchen. Und danach plane ich Semmelknödel mit glaciertem Schalotten-Karotten-Gemüse, eine Lauchquiche mit Apfelkompott und Gemüsesuppe mit Käse-­Grieß-Klößchen. Am Ende ist klar: Nur die gefüllte Sellerieknolle mochte außer mir niemand.

Gerade habe ich meinem Vater am Telefon von meinem Selbstversuch erzählt und mich für all das bedankt, was er mir beibrachte: uns nicht mehr zu nehmen, als gut für uns alle ist. Dinge selbst zu machen und dabei mit dem auszukommen, was die Natur gerade hergibt. Denn das ist eigentlich vollkommen ausreichend. Und überhaupt nicht fade.

Auch das Kochen ist wieder spannender geworden, weil mit einem Mal die gesamte Familie Freude daran hatte, mitzuhelfen. Die Kinder haben Routine beim Gemüseschnippeln entwickelt. Und es war jeden Tag richtig Klasse, zu probieren. Weder für meine Familie noch für mich fühlte sich der Verzicht auf Fischstäbchen und Tiefkühlerbsen wie ein Verlust an. Viel mehr wie ein Geschenk. Denn ich habe bewusster gekocht, ohne flache Atmung, wir haben gemeinsam den Tisch gedeckt und feierlicher gegessen. Am vierten Tag haben wir sogar selbst Kartoffelbrot gebacken. Anstatt zu basteln, backen wir jetzt jeden Sonntag ein Kartoffelbrot. Weniger Fleisch und Fertigprodukte essen wir auch. Außerdem fühlen wir uns naturverbundener, geerdeter. Tatsächlich hat diese Woche uns alle etwas ruhiger gemacht.

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