bessere

Blümchensex ist toll, aber ab und zu darf es auch ein bisschen härter sein? Dann ist Figging vielleicht etwas für dich. Der heiße Ingwer-Sex sorgt bei immer mehr Paaren für prickelnde Stunden. Doch Vorsicht: Wer mit dem Feuer spielt, kann sich verbrennen! Hier erfährst du, wie es richtig geht.

Was bedeutet Figging?

Figging ist eine Sexualpraktik im BDSM (aus dem Englischen für Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism) und bezeichnet dort das Einführen von Ingwer in Anus oder Vagina. Die Inhaltsstoffe des Ingwers lösen auf den Schleimhäuten einen Schmerzreiz aus, der im Gegensatz zu mechanisch verursachten Reizen aber keine Verletzungen verursacht.

In der BDSM-Szene wird Figging oft zur Bestrafung eingesetzt. Der dominante Partner “bestraft” damit den unterwürfigen Partner. Mittlerweile wird das pikante Lustspiel aber auch außerhalb der BDSM-Szene von vielen Paaren angewendet, um etwas Feuer in ihr Liebesleben zu bringen. Doch woher kommt die Idee mit der Ingwerwurzel?

Darum ist das Spiel mit dem Ingwer so verlockend

Zwar wird Figging hauptsächlich in der BDSM-Szene praktiziert, allerdings zeigen auch immer mehr Paare Interesse am Ingwer-Sex, die mit BDSM normalerweise nichts zu tun haben. Der Grund ist einfach: Beim Liebesspiel mit Ingwer ist das Verletzungsrisiko relativ gering, es ist leicht zu dosieren und benötigt keine extravaganten Sextoys zur Durchführung – man kann Ingwer in jedem Supermarkt kaufen, ohne neugierige Blicke befürchten zu müssen.

Gefallen finden vor allem Menschen, die durch leichten Schmerz eine höhere Erregung verspüren. Der sogenannte Lustschmerz kann für einen intensiveren Orgasmus sorgen. Die ätherischen Öle des Ingwers reizen die Schleimhäute und sorgen für einen Hitzeschmerz, ohne die betroffenen Stellen zu verletzen. Zudem sorgt der Reiz für eine bessere Durchblutung, was beim Mann beispielsweise eine längere Erektion zur Folge haben kann.

Kann ich mich ans Figging herantasten?

Ja, das geht tatsächlich. Mit der folgenden Anleitung näherst du dich Schritt für Schritt dem Figging. Es muss ja nicht immer direkt Vollgas sein.

  1. Um den Gehalt der ätherischen Öle in der Ingwerknolle zu senken, lasse ihn ein paar Tage geschält an der Luft liegen. Das lässt den Ingwer altern und die Wirkstoffe verflüchtigen sich.
  2. Wenn du dich zunächst einmal herantasten möchtest, führe den Ingwer nicht ein, sondern reibe sie nur etwas an der entsprechenden Körperpartie. Beispielsweise an den Schamlippen, Brustwarzen oder der Eichel. Gefällt dir, was du spürst, kannst du im nächsten Schritt weitergehen.
  3. Es gibt auch Ingwer in Pulverform. Das ist meist nicht so intensiv und lässt sich besser dosieren. Mit ein bisschen Speichel oder einem Tropfen Wasser kannst du es auf die gewünschte Stelle reiben.

So bereitest du dich perfekt vor

Bevor der Ingwer im Schlafzimmer zum BDSM Einsatz kommt, gilt es erst einmal die Wurzel in die richtige Form zu bringen. Hier ein paar Tipps:

  • Entferne die Schale am einzuführenden Bereich, damit sich die Wirkstoffe gut entfalten können.
  • Runde das vordere Ende ab, um Verletzungen beim Einführen zu vermeiden.
  • Besonders gut eignet sich die Form eines BDSM Buttplugs oder eines leicht gekrümmten Fingers.
  • Der außerhalb des Anus liegende Bereich des Ingwers kann ungeschält, in seiner natürlichen Form und möglichst lang bleiben. Dadurch kannst du ihn leichter greifen und herausziehen.

In erster Linie wird Figging sowohl anal als auch vaginal angewendet. Dadurch kannst du mit der Größe und dem Umfang der zurechtgeschnittenen Wurzel variieren.

Darauf solltest du beim Figging achten

Wenn du jetzt Lust auf das erotisch-knisternde Liebesspiel bekommen und dir die oben genannten Tipps gemerkt hast, gibt es hier noch ein paar hilfreiche Ratschläge, damit es mit dem Figging auch beim ersten Mal komplikationslos klappt:

  1. Je frischer der Ingwer ist, desto höher ist der Anteil der ätherischen Öle und desto intensiver wird das Erlebnis.
  2. Bedenke: Ist der Ingwer eingeführt und der Schmerzreiz hat einmal eingesetzt, lässt er sich nicht rückgängig machen. Selbst wenn du den Ingwer sofort wieder rausziehst, hält das Brennen mindestens eine halbe Stunde an, manchmal auch länger.
  3. Sei beim Einführen vorsichtig und fasse den Ingwer nur an den ungeschälten Stellen an. Kommen deine Finger mit dem Ingwer in Kontakt, wasche dir besser die Hände. Berührst du nämlich mit den Ingwerhänden aus Versehen deine Augen, ist es schnell vorbei mit dem feurigen Liebesspiel.
  4. Nutze den Ingwer niemals erst anal und dann vaginal. Keime aus dem Anus können in der Vagina Entzündungen verursachen.
  5. Mache nach dem Figging erst einmal ein paar Tage Pause, bevor du die nächste Runde einleitest. Deine Schleimhäute werden es dir danken.
  6. Der vielleicht wichtigste Punkt: Bevor du zur Wurzel greifst, sprich vorher mit deinem Partner oder deiner Partnerin. Lust am pikanten Spiel sollten beide empfinden. Hat einer kein Interesse am Figging, sollte der Ingwer auch keinen Einzug ins Schlafzimmer halten.

Woher kommt die ungewöhnliche Sexpraktik?

Klar ist, der Ursprung liegt nicht in der BDSM-Szene. Woher die ungewöhnliche Sexpraktik allerdings kommt, ist nicht restlich geklärt. Eine Theorie besagt, dass Pferdehändler ihren Pferden Ingwer in den Anus einführten, wodurch diese ihren Schweif hoben und lebendiger wurden. Dadurch konnte auf Pferdemärkten ein höherer Preis für ein Pferd erzielt werden.

Eine andere Theorie geht zurück ins viktorianische Zeitalter. Angeblich wurde in dieser Zeit Figging zur zusätzlichen Züchtigung von ungezogenen Kindern genutzt und um das Anspannen der Gesäßmuskeln zu verhindern. Eine ähnliche Strafe soll es schon im antiken Griechenland mit Rettich gegeben haben. Wissenschaftlich belegt sind diese Theorien aber nicht.

Warum heißt Figging eigentlich Figging?

Dazu gibt es nur Vermutungen. Eine Vermutung ist, dass es aus dem Englischen “giving the fig” – der Ausspruch einer obszönen Geste, bei der ein Daumen zwischen zwei Finger gesteckt wird – abgleitet wurde.

Eine weitere Vermutung fußt auf der Theorie der Pferdehändler (siehe oben), die Ingwer in den Anus der Pferde einführten. Dabei wäre Figging die vereinfachte Schreibweise des englischen Wortes “feague“, was so viel wie antreiben oder anstacheln bedeutet.

Du magst es prickelnder? Schau doch mal in unserem Artikel zum Thema Analsex vorbei. Oder lese mehr zu den Themen Cunnilingus und Blowjob.

Du möchtest dich mit anderen Leserinnen austauschen? Dann schau doch mal in unserer BRIGITTE Community vorbei.

Source: https://www.brigitte.de

Na, was passiert in deinen Träumen, die dich und deinen Schatz involvieren …? Ob du damit in guter Gesellschaft bist und was typische Beziehungsträume laut Expert*innen bedeuten, erfährst du hier.

Träumen ist wichtig für unsere körperliche und psychische Gesundheit. Expert*innen gehen davon aus, dass wir in unseren Träumen Erlebnisse verarbeiten und unsere Gefühle sortieren. Auch wenn Traumdeutung von einigen Menschen als Humbug und Wahrsagerei abgetan wird, besteht mehr als ein Grund zur Annahme, dass unsere Träume etwas über uns verraten können und uns zum Beispiel zeigen, was uns unbewusst beschäftigt.

Der britische Matratzenanbieter “The Dozy Owl” hat knapp 3.600 liierte Menschen zu ihren Liebesträumen befragt: Träumen sie nachts von ihrer Beziehung und ihrem Schatz? Und wenn ja: Was träumen sie denn dann so im Detail? Die erste Frage beantworteten 76 Prozent der Testpersonen mit einem klaren “Ja!” – sie haben innerhalb der letzten sieben Tage von ihrer Partnerschaft geträumt. Die häufigsten Träume und was sie laut zu Rate gezogenen Traumdeuter*innen von “Psychicworld” bedeuten im Überblick:

Die sechs häufigsten Liebesträume und was sie bedeuten

1. Partner*in hat Affäre mit dem*der Ex

72 Prozent der von “The Dozy Owl” befragten Personen haben in letzter Zeit geträumt, von ihrem Schatz mit dessen Ex betrogen zu werden. Damit ist das laut dieser Umfrage der häufigste Beziehungstraum von allen. Hinweisen könnte das Motiv laut Expert*innen auf Unsicherheiten, die wir in unserer Beziehung haben. Fühlen wir uns von unserem Partner vernachlässigt? Oder haben wir ein geringes Selbstvertrauen? In manchen Fällen könnte auch eine dritte Person eine Rolle spielen, von der wir unsere Partnerschaft unbewusst oder auch bewusst bedroht sehen.

2. Partner*in macht Schluss

64 Prozent der Testpersonen berichteten, geträumt zu haben, dass ihr Lieblingsmensch sie verlässt. Diesem Traum schreiben die Expert*innen überraschenderweise eine positive Bedeutung zu, da er das Gefühl widerspiegeln könne, dass in der Beziehung der nächste Schritt ansteht. Es ist quasi an der Zeit, um die aktuelle Phase zu beenden und die nächste einzuläuten – beispielsweise mithilfe von Hochzeitsglocken oder einer Schwangerschaft.

3. Ein Kind ist auf dem Weg

Apropos Schwangerschaft: Darum dreht sich der dritthäufigste Traum laut dieser Umfrage, den 61 Prozent der Befragten nannten. Auch dieser Traum sei vorwiegend positiv zu verstehen, selbst wenn in Wirklichkeit kein Baby geplant ist und der Gedanke daran Panik auslöst. Das Kind könne als Symbol für neue Ideen oder Projekte gedeutet werden, wobei dem*r Partner*in dabei die Rolle des Unterstützenden, mit auf den Weg Bringenden zukommt. Wenn wir von einem erwarteten Baby träumen, spricht also vieles dafür, dass wir uns sicher und wohl in unserer Beziehung fühlen.

4. Streiten

Auf Platz vier der häufigsten Liebesträume landete in der Befragung mit 59 Prozent das Motiv Streit. Die zu Rate gezogenen Expert*innen sehen darin den Hinweis, dass in uns irgendein Konflikt brodelt oder wir gewisse Gefühle unterdrücken, den wir möglichst austragen bzw. über die wir mit unserem Schatz sprechen sollten.

5. Sex

Sexträume mit ihrem Schatz hatten tatsächlich “nur” 53 Prozent der Befragten, doch worauf das schließen lässt, bleibt offen: Entweder kann es, wenn wir von Sex mit unserer*m Partner*in träumen, laut Expert*innen bedeuten, dass wir Sexfantasien haben, die wir noch nicht offen kommuniziert haben, aber unter Umständen gerne einmal ausleben würden. Außerdem können Sexträume ein Zeichen dafür sein, dass wir unsere bessere Hälfte auch auf einer metaphysischen Ebene begehren. In diesem Fall schreiben die Expert*innen dem Motiv eine bindungsstärkende Wirkung zu.

6. Partner*in stirbt

Den Albtraum, dass die*der Partner*in stirbt, kennen 46 Prozent der Befragten aus eigener Erfahrung. Er sei laut Expert*innen oftmals ein Ausdruck von der Angst – Achtung, Überraschung im Anmarsch – den anderen zu verlieren. Womöglich spielen auch Veränderungen eine Rolle, die wir an unserem Schatz bemerkt haben und die uns Sorge bereiten.

Im Detail lassen sich Träume sicherlich nur deuten, wenn die konkrete Situation und Persönlichkeit des Menschen berücksichtigt wird, der träumt. Doch falls uns einer der genannten Beziehungsträume bekannt vorkommt, haben wir nun zumindest eine Anregung, in welche Richtung wir in uns gehen können.

Source: https://www.brigitte.de

Ja gerne, aber jetzt noch nicht: Manche Männer sind Meister darin, eine Liebe unverbindlich zu halten. Wir verraten euch, mit welchen typischen Sätzen sich bindungsscheue Typen outen.

Ach, sie haben es wirklich nicht leicht, aber leider vergucken wir uns leichtfertig in sie: Männer, die eine undefinierbare Angst vor einer festen Beziehung haben. Ein weit verbreitetes Phänomen. Da ist der 38-Jährige, der sich einfach noch zu jung dafür fühlt, Verantwortung zu übernehmen. Der zweifach Geschiedene, der einfach nicht mehr an die große Liebe glaubt. Oder der Mittzwanziger, der noch zuhause bei Mutti wohnt, weil: Ist ja eh die Beste.

Diese Männer sagen, sie hätten Bindungsangst. Sie (oder ihre Nicht-ganz-so-Freundinnen) klagen gar über Bindungsphobie .

Diese Männer sind das Grauen. Für jede Frau, die sich auf sie einlässt. Und für all ihre Freundinnen, die sich monatelang immer abstrusere Geschichten anhören müssen. Das Muster ist immer gleich: Einen Schritt vor, zwei zurück. Immer wieder gern genommen auch: spontanes Abtauchen, wenn es den bindungspanischen Kerlen “zu eng” wird.

11 Sätze, mit denen sich beziehungsunfähige Männer verraten

Mit einem beziehungsunfähigen Mann lässt sich schlicht und ergreifend keine Beziehung führen, die ihren Namen verdient. Aber woran erkennt man den Mann, der nichts Halbes und nichts Ganzes in der Lieben will? Einen ersten Hinweis können diese 11 Sätze geben, die bindungsphobische Männer immer wieder gern fallen lassen. Wir haben übersetzt, was sie wirklich bedeuten:

1) Er sagt: “Ich finde, wir sollten einfach alles auf uns zukommen lassen.”

Er meint: Inklusive anderer heißer Mädels, die ich auf mich zukommen lasse.

2) Er sagt: “Ich bin ja nicht so der Typ, der weit in die Zukunft voraus plant.”

Er meint: Mit Dir jedenfalls nicht.

3) Er sagt: “Kinder? Ich bin ja selber noch total das Kind.”

Er meint: Komm mir bloß nicht mit “Verantwortung übernehmen”.

4) Er sagt: “Da willst du wirklich nicht mit hin. Da kommen nur langweilige Leute.”

Er meint: Ich habe keine Lust, da mit Anhang aufzutauchen. Wer weiß, wer noch alles da ist …

5) Er sagt: “Noch wach? Lust auf ein Date?” – SMS nachts um 1 Uhr.

Er meint: Ich will Sex – jetzt.

6) Er sagt: “Ich bin einfach noch nicht wieder bereit für eine feste Beziehung.”

Er meint: Ich will mir alle Türen offen halten. Vielleicht finde ich noch eine Bessere.

7) Er sagt: “Ich glaube nicht an die Ehe.”

Er meint: Du hast mich jedenfalls noch nicht davon überzeugt.

8) Er sagt: “Sorry, ich muss unser Date auf morgen verschieben.”

Er meint: Soo wichtig bist Du mir jetzt auch nicht.

9) Er sagt: “Meine drei Ex-Freundinnen waren echt nicht ganz klar im Kopf.”

Er meint: Frauen sind immer daran Schuld, wenn eine Beziehung scheitert.

10) Er sagt: “Zusammen in den Urlaub? Aber ich geh jedes Jahr Schnorcheln mit meinen Kumpels.”

Er meint: Und daran ändert sich auch nichts, nur weil wir in die Kiste gehen.

11) Er sagt: “Irgendwann kann ich mir schon mal Kinder vorstellen.”

Er meint: Aber nicht wirklich mit Dir.

Source: New feed

In ihrem Podcast “BRIGITTE Bücher” sprechen die Kulturredakteurinnen Meike Schnitzler und Angela Wittmann über ihre Lieblingsbücher. In Folge drei geht es um Bücher, die man in der Corona-Zeit lesen kann.

Folge 5: Schicksalhafte Beziehungen – zwei Thriller über zwischenmenschliche Katastrophen

Für Folge 5 haben Angela Wittmann und Meike Schnitzler zwei Spannungsromane ausgesucht, die sich mit den Abgründen zwischen Mann und Frau beschäftigen: „Die Gefangenen“von Debra Jo Immergut und „Whisper Network“ von Chandler Baker.

Der Name der Autorin ist bereits ein Versprechen: Debra Jo Immergut. Ihr literarisches Debüt „Die Gefangenen“ lässt jedenfalls auf eine große Zukunft hoffen, es ist ein Psychothriller im besten Sinne, weil wir Zeuge werden, wie Gefängnispsychologe Frank und Miranda, die 52 Jahre hinter Gittern bleiben soll, während ihrer Therapiesitzungen eine hochmanipulative Beziehung eingehen. Er kennt sie von früher: Sie war sein Highschool-Schwarm, jetzt wird sie sein Schicksal. (Ü: Ulrike Wasel/Klaus Timmermann, 305 S., 20 Euro, Penguin)

„Whisper Network“ von Chandler Baker wurde in den USA als erster Me-Too-Thriller gefeiert. Es geht um erfolgreiche Juristinnen in Dallas, alles arbeitende Mütter, die sich gegen ihren übergriffigen Chef zur Wehr setzen. Doch dann stürzt dieser vom Balkon des Firmengebäudes und jede der Frauen gilt auf einmal als verdächtig. Trotzdem ist in diesem Buch die Krimihandlung eher nebensächlich, was besonders beeindruckt ist Bakers Schilderung des Spagats, in dem sich diese hochqualifzierten arbeitenden Mütter befinden, die ständig so tun müssen, als gäbe es ihre Kinder gar nicht. (Ü: Astrid Finke, 480 S., 20 Euro, Heyne)

Der Podcast: BRIGITTE Bücher

Im Podcast „BRIGITTE Bücher“ diskutieren die Kulturredakteurinnen Angela Wittmann und Meike Schnitzler alle zwei Wochen über ihre Lieblingsschmöker. Hör dir hier die fünfte Folge an.

Folge 4: Tief im Herzen von Amerika: Ein Western und eine Wiederentdeckung

Zwei vollkommen unterschiedliche Romane von US-Autorinnen haben sich Meike Schnitzler und Angela Wittmann für die neue Folge von BRIGITTE-Bücher ausgesucht: Die Wiederentdeckung „The Street – die Straße“, von Ann Petry und den Western „Herzland“ von Téa Obreht.

Als Ann Petry 1946 ihren ersten Roman veröffentlichte, war er eine Sensation. Eine Afroamerikanerin, eine Frau, schrieb über das Leben von Afroamerikanern, knallhart beobachtet, zornig, meisterhaft. Um die 1,5 Millionen Mal verkaufte sich „The Street“, die Geschichte einer jungen Mutter im Harlem der 40er-Jahre. Die schöne Lutie Johnson hat ihren Mann verlassen und mietet für sich und ihren achtjährigen Sohn Bubb eine heruntergekommene Wohnung in der 116. Straße in New York. Unbedingt möchte sie eine bessere Zukunft für ihr Kind, doch schnell muss sie feststellen, dass sie der fatalen Mischung aus Armut, Rassismus und männlicher Übergriffigkeit kaum entkommen kann. Gerade weil sie nicht bereit ist, jeden Preis zu zahlen, wird die Schlinge immer enger, die sich um sie und Bubb zieht. Ann Petrys wiederentdecktes Meisterwerk ist ein bis in jede Nebenrolle brillant besetztes Drama. Vom perversen Hausmeister, seiner grauen Maus von Mitbewohnerin, bis zur durch einen Brand entstellten Zuhälterin – in jeder Beschreibung zeigt Petry ihre Kunst als Erzählerin mit klarem Blick und tiefem Verständnis dafür, wie das Elend zuerst die Seele tötet. (Ü: Uta Strätling, 450 S., 24 Euro, Nagel & Kimche)

Angela Wittmann kann man eigentlich mich mit Western jagen, vielleicht liegt es an einer Überdosis Karl Mey, den ihr Vater immer zum Einschlafen vorlas. „Herzland“ hat aber schon jetzt einen Platz unter den Büchern, die sie immer wieder aufs Neue lesen will. Arizona um 1890, Nora kämpft gegen die Dürre, die ihre Farm und ihre Familie bedroht: Da kann man schon zur Furie werden, aber ihr Jüngster fürchtet eine andere Bestie. Er ist einem Wesen auf der Spur, auf das Téa Obreht, geboren 1985 in Serbien und über Zypern und Ägypten in die USA ausgewandert, bei ihren Recherchen wirklich gestoßen ist: ein Kamel im Wilden Westen. (Ü: B. Robben, 512 S., 24 Euro, Rowohlt Berlin)

Der Podcast: BRIGITTE Bücher

Im Podcast „BRIGITTE Bücher“ diskutieren die Kulturredakteurinnen Angela Wittmann und Meike Schnitzler alle zwei Wochen über ihre Lieblingsschmöker. Hör dir hier die vierte Folge an.

Folge 3: Lesen zu Zeiten von Corona – der Pandemie-Roman voller Lichblicke und 1200 Seiten Wälzer-Glück

Für die dritte Folge von BRIGITTE Bücher hat Angela Wittmann den Endzeitroman „Mein Name ist Monster“ von Katie Hale ausgesucht: Eine Frau mit dem Spitznamen „Monster“ hat eine Katastrophe überlebt, isoliert in einem Saatguttresor im arktischen Spitzbergen. Es gab einen Krieg mit Bomben, die mit einem Erreger verseucht waren. Eine tödliche Krankheit brach aus, gezüchtet im Labor. Hört sich jetzt vielleicht nicht eben aufmunternd an, ist aber lang nicht so eine düstere Dystopien wie Cormack McCarthys „Die Straße“. Und auch wenn das Setting ein bisschen so ist wie in der Serie „The Walking Dead“, dann sind hier wenigstens keine Zombies am Start. Die Toten sind tot. Und Monster ist sehr lebendig und ein Mensch, vor dem man keine Angst haben muss. Selbst wenn man ein junges Mädchen ist und neben Monster vielleicht die letzte Überlebende überhaupt… Es gibt ganz viel Güte in diesem Buch. Eine große Sehnsucht nach Nähe und Menschlichkeit, die erfüllt wird. Und damit Hoffnung. Sogar auf einen Neuanfang und eine bessere Welt. Und wie die 30-jährige englische Autorin das in ihrem Debütroman erzählt, das ist schon sehr besonders. Bei aller archaischen Wucht dieser Geschichte hat Katie Hale nämlich einen ganz eigenen Ton, eine poetische Zartheit, die eine tröstende Kraft entfaltet. Deswegen können wir gerade jetzt zu Zeiten von Corona ganz unerschrocken dieses Buch lesen.

Meike Schnitzler setzt auf 1200 Seiten Leseglück mit „Spiegel und Licht“ von Hilary Mantel: Acht Jahre mussten Fans von Mantels preisgekrönter Romanreihe über die Tudor-Zeit auf den finalen dritten Band warten. Zu spoilern gibt es nichts: Das historische Schicksal von Thomas Cromwell, dem engsten Berater von Heinrich XIII., ist kein Geheimnis (er wurde 1540 hingerichtet), aber wie die englische Autorin diesen Mann und seine Zeit, in der ein Leben nichts und die Macht alles zählte, auferstehen lässt, ist in gewohnter Manier sensationell. Kein Wunder, identifiziert sich Mantel doch mit ihrem Helden, der wie sie durch seine Intelligenz aus prekärer Herkunft in schwindelerregende Höhen aufstieg. Abstürzen wird Mantel kaum, der dritte Booker-Preis könnte demnächst kommen.

Der Podcast: BRIGITTE Bücher

Im Podcast „BRIGITTE Bücher“ diskutieren die Kulturredakteurinnen Angela Wittmann und Meike Schnitzler alle zwei Wochen über ihre Lieblingsschmöker. Hör dir hier die dritte Folge an.

Folge 2: Packende Historie und ein kurzer Familienroman mit Wums

In der zweiten Folge von BRIGITTE Bücher empfiehlt Angela Wittmann: „Vardø – Nach dem Sturm“ von Kiran Millwood Hargrave: Historisch verbürgt ist, dass am Weihnachtsabend 1617 ein Sturm die 40 Fischer der Insel Vardø verschlingt. Die Frauen bleiben zurück mit drei Greisen, den Kindern und dem Pfarrer. Der Roman erzählt, wie sie am nordöstlichsten Zipfel Norwegens ums Überleben kämpfen. Dass der Rand der Arktis auch das Ende der Zivilisation ist, zeigt sich dann 1621: Eine brutale Hexenjagd endet mit einem historisch verbürgten Prozess. In den Augen von Kirche und König wäre es schicklicher gewesen, die Witwen wären verhungert. Wer sein Leben selbst in die Hand nimmt, muss mit dem Teufel im Bunde sein. Oder hat den Sturm selbst beschworen? Kiran Millwood Hargrave setzt den Opfern ein literarisches Denkmal.

Meike Schnitzler hat „Der Sinn des Ganzen“ von Anne Tyler ausgesucht: Micah Mortimer ist ein etwas kauziger, mitteljunger Mann –  zu Hause führt er ein striktes Regime mit Staubsauger- und Bodenwischtagen, ansonsten rettet er mit seiner Computerfirma die Rechner alter Damen: „Wodurch ist er kaputtgegangen?“ – „Diese Frage sollte man im Zusammenhang mit Computern nie stellen.“ Micah selbst stellt auch keine Fragen ans Leben, aber als plötzlich ein junger Mann auf seiner Schwelle steht, der seinen Vater sucht, kommt Unordnung in das verlässliche Gefüge. Anne Tyler schafft es, einen auf den ersten Blick unspektakulären Typen in eine faszinierende literarische Figur zu verwandeln.

Der Podcast: BRIGITTE Bücher

Im Podcast „BRIGITTE Bücher“ diskutieren die Kulturredakteurinnen Angela Wittmann und Meike Schnitzler alle zwei Wochen über ihre Lieblingsschmöker. Hör dir hier die zweite Folge an.

Folge 1: Die besten zwei Romane dieses Frühlings übers Erwachsenwerden

Vor zehn Jahren hat Bestseller-Autor David Nicholls mit „Zwei an einem Tag“ die Welt zu Lachen und zum Heulen gebracht. Jetzt hat er in diesem Frühling einen neuen Roman über die allererste Liebe vorgelegt. Ein großartiges Buch, um in BRIGITTE Bücher – den Literaturpodcast zu starten, findet Meike Schnitzler, die „Sweet Sorrow“ des britischen Autoren ausgewählt hat: Junge aus schwierigen Verhältnissen trifft 1997 selbstbewusstes Mädchen aus der Mittelschicht bei Shakespeare-Theaterprojekt. Aus dieser knappen Konstellation macht der Nicholls in seinem vierten Roman eine hinreißende Coming-of-Age-Geschichte. Er erzählt von einer Zeit im Leben, in der alles möglich zu sein scheint, in der ein Sommer ewig dauert – und die große Liebe bestimmt noch länger. 

Angela Wittmann begeistert sich für Thomas Brussigs „Die Verwandelten“: Pubertiere waren Fibi und Aram schon, bevor sie nach einer „Challenge“ in der Waschanlage einer Tanke auf dem platten Land als Waschbären wieder rauskommen. Was dann kommt, ist eine tierisch lustige und sehr bissige Satire auf die menschliche Natur und den Hunger der sozialen und sonstigen Medien auf „Racoon Content“. 

Der Podcast: BRIGITTE Bücher

Im Podcast „BRIGITTE Bücher“ diskutieren die Kulturredakteurinnen Angela Wittmann und Meike Schnitzler alle zwei Wochen über ihre Lieblingsschmöker. Hör dir hier die erste Folge an.

Hast du Lust, mehr zum Thema zu lesen und dich mit anderen Frauen darüber auszutauschen? Dann schau im bei den Buchtipps der BRIGITTE-Community vorbei!

Holt euch die BRIGITTE als Abo – mit vielen Vorteilen. Hier könnt ihr sie direkt bestellen.

Source: New feed

Ads